Erst Google, jetzt auch Facebook: Mit 300 Millionen Dollar will der Konzern Medienhäuser auf der ganzen Welt in ihrer Arbeit unterstützen. Damit könnte sich Facebook aber auch selbst schaden.

In den nächsten drei Jahren sollen die Gelder von Facebook, umgerechnet 260 Millionen Euro, an Medienhäuser auf der ganzen Welt verteilt werden. Runtergerechnet auf ein Land hört sich das zwar nach wenig an, doch laut des Magazins Netzpolitik.org konnte durch die Google-Unterstützung im vergangenen Jahr allein die Neue Osnabrücker Zeitung mit über 50.000 Euro unterstützt werden. Im Gegensatz zur Googleaktion möchte Facebook ganz gezielt den Fokus auf den Lokaljournalismus legen. Wie die Summe aufgeteilt wird, soll im März genauer geklärt werden.

"Selbst wenn das Geld weltweit verteilt wird — 300 Millionen Dollar sind so viel, dass das am Ende auch kleineren Medienhäusern ganz konkret helfen kann, bestimmte Projekte durchzuführen oder Sachen zu entwickeln, für die eigentlich kein Geld da ist."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Facebooks wahre Motivation bleibt unbekannt

Eine ehrliche Antwort, was Facebook mit dieser Aktion bezwecken möchte, werden wir vermutlich nie bekommen. Eine mögliche Erklärung wäre — wie auch schon bei Google—, dass es hier um eine Art "Klinkenputzen" geht. Facebook und Google wollen sich ihre Beliebtheit bei den Medienhäusern wieder erkaufen. Dazu kommt, dass die beiden Unternehmen ihre hohen Gewinne bisher auch durch die geleistete Arbeit der Medienhäuser halten können, diese aber an diesen Gewinnen nicht beteiligt werden. Es könnte also auch darum gehen, den Druck der kritischen Berichterstattung etwas zu milden. Ganz zu schweigen von einem Image-Aufpolieren nach den Datenskandalen der letzten Jahre.

Die Aktion könnte Facebook auch schaden

Am Ende könnte die Geldspende auch dazu führen, dass Zeitungen oder Online-Medien durch die finanzielle Unterstützung unabhängiger von Facebook werden könnten, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Konstantin Köhler. Anstatt die Medieninhalte über Facebook zu konsumieren, könnten sich User zukünftig in zahlpflichtigen Abo-Modellen ihre Inhalte direkt von den Medienhäusern holen. Die Werbeerlöse für Facebook würden damit wegfallen.

Eine Spende macht abhängig

Im Umkehrschluss könnten die Medienhäuser durch die Annahme der Spende auch an Unabhängigkeit einbüßen. Genau mit dieser Begründung lehnte der der Axel-Springer-Verlag eine Spende von Google ab.  

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