Facebook steht in der Kritik und Mark Zuckerberg hat versprochen, dass alles besser wird. Doch ein Bericht zeigt etwas anderes: Die Firma versucht, das künftige Verhalten seiner Nutzer vorherzusagen. Die entsprechenden Daten gehen dann an Werbekunden, die zielgerichtet Reklame machen können. Unser Netzreporter Michael Gessat hat sich das angeschaut.

Das Online-Magazin The Intercept berichtete über Facebooks Angebot und bezieht sich dabei auf vertrauliche Dokumente.

Was Facebook da genau macht, könnte zum Beispiel so funktionieren: Du fährst bislang eine bestimmte Automarke und bist gewillt, das Fabrikat zu wechseln. Nun steckt Facebook dem Automobilkonzern, dass du umsteigen willst. Die Autofirma kann dann ganz gezielt um dich werben und versuchen, dich umzustimmen.

Hinter dieser quasi Vorhersagefunktion steckt die künstliche Intelligenz FBLearner Flow. Diese liest nicht nur deine Postings, in denen du sagst, dass du zum Beispiel ein neues Auto suchst. Die Technik kann aus einer Vielzahl von Indikatoren auf Verhalten schließen, wenn es zum Beispiel um die Wahl eines Produktes geht. Diese korreliert zum Beispiel mit deinem Umweltbewusstsein, ebenso mit deinen finanziellen Möglichkeiten. Aber auch mit deinen politischen Überzeugungen.

Künstliche Intelligenz: FBLearner Flow

Facebook hatte bereits 2016 diese künstliche Intelligenz-Funktion vorgestellt. Das Unternehmen sagte damals, es ginge um eine "Verbesserung des Nutzer-Erlebnisses". Aber natürlich geht es dabei um das Geschäftsmodell von Facebook, das darin besteht, Werbung zu verkaufen - und dafür sammelt das Unternehmen Daten.

Dieses Modell grundsätzlich zu ändern, würde bedeuten, dass die Nutzer für Facebook zahlen. Das Online-Magazin Techcrunch hat berechnet, wie viel dann jeder User im Durchschnitt zahlen müsste und kam auf rund elf US-Dollar im Monat.