Wer bei Facebook Informationen über sich preisgibt, muss damit rechnen, dass viele viele Menschen Zugriff darauf haben. Strenge Datenschutzeinstellungen helfen zwar, doch auch die schaffen keine hundertprozentige Sicherheit. Das zeigt ein jetzt entwickeltes Tool. Mit ihm können Fremde auf persönliche Daten bei Facebook zugreifen.

Der Cybercrime-Ermittler Michael Bazell aus Washington D.C. hat das Facebook Custom Search Tool entwickelt. Auf der Website seiner Firma Inteltechniques stellt er das Tool zur Verfügung, mit dem jeder Facebook-Profile von Unbekannten ausspionieren kann. Wie das funktioniert, hat unsere Reporterin Martina Schulte an dem Profil unseres Moderators Till Opitz demonstriert. Dafür muss sie nur den Facebook-Namen kopieren und in das Tool einfügen. Zuerst wird eine mehrstellige Facebook-ID ermittelt. Die Zahl wird dann in das Feld "Populate All" eingesetzt - und los geht's.

"Das ist das gemeine an dem Tool: Wir denken, dass unsere Privatsphären-Einstellungen uns schützen. Aber das ist nur bedingt der Fall."
Martina Schulte, DRadio-Wissen-Reporterin

Martina weiß jetzt, in welcher Bar Till letztens war, wo er immer so ausgeht, welche Posts von Freunden er kommentiert hat, welche Bands er gut findet, mit wem Till alles so befreundet ist, Fotos, auf denen er von anderen getaggt wurde. Und so weiter und so fort. Und das alles, ohne dass sie auf Facebook mit Till befreundet wäre.

Je nach Datenschutzeinstellungen liefert das Tool mehr oder weniger Ergebnisse. Das Auslesen des Profils ist durch das Nutzen von Programmier-Schnittstellen möglich, sogenannten APIs, die Facebook Entwicklern von Apps und Spielen anbietet. Die APIs ermöglichen den Datenaustausch zwischen Entwicklersoftware und der Facebook-Seite. Über diese Schnittstellen können Hacker oder Netzexperten aber auch einfach unsere Daten auslesen.

Mehr über das Schnüffel-Tool: