Jahrelang hatten sich die WhatsApp-Erfinder gegen Werbung ausgesprochen. Jetzt hat der letzte Gründer den Messenger-Dienst verlassen - und wir werden bald Werbung bekommen.

19 Milliarden Dollar hatte der Facebook-Konzern im Jahre 2014 auf den Tisch geknallt und sich WhatsApp einverleibt. Die beiden Gründer, Jan Koum und Brian Acton, hatten sich schon davor immer vehement gegen Werbung in ihrem Messenger ausgesprochen und das nach der Facebook-Übernahme beibehalten. Auch Privatsphäre war ihnen immer wichtig.

"Sobald Werbung im Spiel ist, bist du, die Nutzerin, der Nutzer, das Produkt."
Jan Koum, 2012

Jan Koum und Brian Acton sind raus aus dem Unternehmen. Und mit der Werbefreiheit ist es nun vorbei. Auf der F8-Konferenz von Facebook hat der Social-Media-Konzern klar gemacht, dass er mehr Werbung via WhatsApp möglich machen will. Das Ziel ist klar: endlich Geld verdienen! Wann genau es so weit ist, bleibt bisher noch unklar.

"Was Werbung angeht, werden wir WhatsApp definitiv weiter öffnen."
David Marcus, Facebooks Messenger-Chef

Bisher ist es nur in einigen Ländern kleineren Unternehmen möglich, die User über die separate App WhatsApp-Business mit Werbung zu beschallen. In Zukunft könnten in WhatsApp etwa neben die Status-Updates Werbeanzeigen gemischt werden, So wie es schon jetzt bei Instagram läuft, oder auch in der Inbox wie beim Facebook-Messenger.

Das Ende der WhatsApp-Idee

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll urteilt: "Das wäre dann tatsächlich nicht mehr weit von der Werbebelästigung entfernt, die bei Facebook zum Alltag gehört." Die WhatsApp-Kernidee von geschützter Privatsphäre und vor allem der Werbefreiheit wäre damit Geschichte.

Demnächst dann auch Whatsappmit Werbung.

Dabei ist das Nutzen von Snapchat, Instagramund Twitterschon so belastend geworden, weil man förmlich zugeschissenwird mit teilweise richtig gruseligem Zeug.

Ich möchte das nicht.

— 1horn (@Gammapferd) 3. Mai 2018

An dieser neuen Geschäftsstrategie werden nur die User selbst etwas ändern können: mit einer massiven Abkehr vom Messenger-Dienst. Andreas Noll glaubt allerdings nicht daran: "WhatsApp ist der mit großem Abstand beliebteste Messenger." Und auch, wenn es immer wieder neue Alternativen gibt wie Threema, Telegram oder Signal ist bislang kein wirklicher Konkurrent in Sicht.