Unsere Fäkalien bestehen zu großen Teilen aus Bakterien. Daraus lässt sich einiges über unseren Lebensstil ablesen. Außerdem könnten wir die Hinterlassenschaften gewinnbringend nutzen: Indem wir den Kot zu Methan und Kohle weiterverarbeiten.

Bei Kot denken wir schnell: Finger weg. Doch unsere Ausscheidungen sind weniger eklig als gedacht. In der Trockenmasse besteht Scheiße zwar zu einem Drittel aus Bakterien. Das muss aber nicht immer schlecht sein. Klar, es gibt Bakterien, die zum Beispiel Durchfall verursachen, es gibt aber auch gute Bakterien. Allein im Dickdarm hat jeder Mensche etwa 500 Bakterienarten. Sie helfen uns bei der Verdauung und unterstützen unser Immunsystem.

Ein bisschen Ekel vor Kot ist trotzdem gesund: Schließlich weiß niemand, was in so einem fremden Scheißhaufen drin steckt.

DRadio-Wissen-Autorin Verena von Keitz über Ekel vor Kot
"Gesunder Ekel vor Kot schadet nicht. Bei fremder Menschenkacke weißt du eben nie, was drinnen steckt."

Aus Fäkalien Energie gewinnen

Und Fäkalien können noch viel mehr: In Entwicklungsländern haben etwa eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Toiletten. Das ist unhygienisch und zudem gelangen Darmbakterien in den Wasserkreislauf. Für die Toilettenproblematik hat die UN zurzeit keine Lösung. Für die Kotreste hat sie allerdings gerade eine Empfehlung abgegeben:

  • Fäkalien einsammeln, um daraus Energie zu gewinnen

Kacke - Klärschlamm - Methan - Kohle

So etwas ähnliches passiert auch in Kläranlagen bei uns: Zunächst wird das Abwasser mehrfach gereinigt. Die Überreste landen Faulbehältern. Dort werden dem Schlamm Mikororganismen hinzugefügt. Allmählich entsteht in dem Klärschlamm Faulgas. Das ist stark methanhaltig - und Methan ist ein guter Energieträger.

"Methan kann verbrannt werden und so zur Stromproduktion dienen. Aus dem Klärschlamm wird Biokohle hergestellt."
DRadio-Wissen-Autor Martin Krinner über Kot als Rohstoff

Kacke zu Kohle

Auch die Klärschlammreste werden weiterbehandelt - und am Ende kommt dabei Biokohle raus. Der Aufwand würde sich lohnen sagen die Wissenschaftler der UN. Sie haben berechnet, dass sich aus dem Kot von einer Milliarde Menschen etwa 8,5 Millionen Tonnen Biokohle gewinnen ließen. Ach so: Und wenn die menschlichen Hinterlassenschaften weiterverwendet werden und nicht mehr einfach so in der Landschaft rumliegen, dann wirkt sich das positiv auf die Wasserqualität aus.