Die Sonne ist zurück - höchste Zeit, das Fahrrad aus dem Keller zu holen! Wir machen einen kleinen Frühlings-Check-Up und schauen mal, was es so an neuen Gadgets gibt.

Das Fahrrad von DRadio-Wissen-Reporter Johannes Döbbelt ist ein solides Durchschnittsrad für die Stadt: Farbe Mint Metallic, vor einem Jahr für 80 Euro gebraucht gekauft. Das Rad läuft ganz gut, könnte aber einen kleinen Check vertragen.

In einem Fahrradladen in Köln guckt sich Wilfried Peltz das Rad von Johannes an.

"Fit machen für den Frühling heißt im Grunde genommen erst mal, die Reifen überprüfen, den Luftdruck, die Bereifung von der Profiltiefe her, die Lichtanlage checken, vorne wie hinten."
Wilfried Peltz vom Fahrradladen "Bike Perfect"

Wilfried Peltz schaut außerdem, ob Sattel, Lenkrad, Kette und Bremsbeläge in Ordnung sind. Bei Johannes' Rad sind die Beläge schon etwas abgerieben, auch die Kette könnte eine Reinigung vertragen. "Das geht mit einem normalen Lappen, da geht man über die Kette drüber und dann ist das in Ordnung", sagt der Fahrradexperte.

Für knapp fünf Euro bekommt Johannes außerdem einen neuen Reflektor - die sind im Straßenverkehr absolute Pflicht. 

(Un)nötiger Schnickschnack

Neben diesen grundlegenden Dingen gibt es noch viele neue Gadgets, mit denen das Fahrrad gepimpt werden kann. Sogenannte "Wing-Lights" etwa sind kleine Blinklichter fürs Fahrrad, die rechts und links an den Lenker montiert werden und ähnlich wie ein Autoblinker funktionieren. Grundsätzlich keine schlechte Sache, findet Wilfried Peltz, allerdings glaubt er, dass die Blinker hauptsächlich Sinn machen, wenn es dunkel ist.

Stephan Berendt, Technikexperte beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sagt sogar, dass solche Blinker streng genommen überhaupt nicht verwendet werden dürfen.

"Leuchten, die blinken, sind generell nicht zugelassen, wenn sie am Fahrrad sind. Was Sie sich an den Körper machen, ist egal, aber fest verschraubte Teile am Fahrrad dürfen nicht blinken."
Stephan Berendt, ADFC

Ein weiteres (teures) Gadget: Ein Smart-Lock-Schloss, also ein kluges Fahrradschloss, das per Smartphone auf- und zugeschlossen werden kann. Praktisch, aber auch teuer: Die Teile gibt's ab 120 Euro aufwärts. Für Johannes keine Option - zumal das Schloss teurer ist als sein Fahrrad. Johannes verzichtet also auf  Gadgets und investiert lieber in seine Grundausstattung.

Neue Schnellstraßen

Investieren will jetzt übrigens auch die Bundesregierung: 25 Millionen Euro soll in den Ausbau von Fahrradschnellstraßen fließen. Solche Fahrradstraßen müssen eine gewisse Breite haben, der Radfahrer hat meistens Vorfahrt und die Qualität des Belags sollte möglichst gut sein, sagt Christoph Hebel, Professor für Stadt- und Raumplanung an der FH Aachen.

Christoph Hebel, Professor für Stadt- und Raumplanung über Fahrradschnellstraßen
"Es ist natürlich so, dass man mit diesen Wegen auch eine neue Klientel erschließen will."

Die Fahrradschnellstraßen sind auch für Pendler gedacht. In mehreren Bundesländern wird ausgebaut. Unter anderem ist eine Strecke von Aachen in die Niederlande geplant. Auch im Ruhrgebiet soll eine Fahrradstraße entstehen.