Das Rad fährt nicht besser, weil es unzählige Gänge hat. Eine einfache Gangschaltung mit wenigeren Gängen reicht meist völlig. Das ist ein Trend, der ursprünglich aus dem Mountainbiking kommt und sich wahrscheinlich auch bald bei Citybikes durchsetzt.

Früher galt: je mehr Gänge, desto cooler das Rad. Mit den 27 Gänge an seinem Trekkingrad kann Deutschlandfunk-Nova-Reporter Paulus Müller da gut mithalten. Meist fährt er aber nur in der Stadt und pendelt regelmäßig zur Arbeit.

"Hätte ich mein Gravel-Bike ein Jahr später gekauft, hätte es auch einen Einfach-Antrieb. Den hat der Hersteller nämlich im Folge-Modell verbaut."
Paulus Müller, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Paulus hat auch ein sogenanntes Gravel-Bike, ein Rennrad mit 22 Gängen. Obwohl er Räder mit vielen Gängen hat, überzeugt ihn die Einfachschaltung, die einige Vorteile hat. Hätte Paulus sein Gravel-Bike ein Jahr später gekauft, wäre es das Nachfolgemodell gewesen, das bereits mit einer Einfachschaltung ausgestattet ist.

Einfacher, weniger Reparaturen, leichter zu reinigen

Statt wie bisher bei Rädern mit vielen Gängen zwei oder drei Kettenblätter am Innenlager einzubauen, wird nur ein einzelnes Blatt und 12 Ritzel am Hinterrad eingesetzt.

"Einen großer Vorteil an der Einfachschaltung ist tatsächlich das einfachere Schalten. Man hat nur noch einen Schalthebel, um von kleineren zu größeren Gängen oder umgekehrt zu schalten. Das hilft vor allem auch Einsteigern."
Sonja Quirder, Fahrradmechaniker-Meisterin

Das hat den Vorteil, dass der Umwerfer, der die Kette von dem einen zum nächsten Kettenblatt gelegt hat, weggelassen werden kann. Ein Teil weniger, das verschleißen kann oder repariert werden muss. Außerdem ist es dann auch leichter zu reinigen.

Weniger Kettenblätter, kein Umwerfer - das mache die Räder auch leichter, sagt die Fahrradmechaniker-Meisterin Sonja Quirder, allerdings spiele das eher für Radprofis eine Rolle.

Vorteile der Einfachschaltung

  • Weniger Fahrradteile, die gewartet werden müssen und kaputt gehen können
  • Reinigung einfacher, weil es weniger Einzelteile sind
  • Mehrfachschaltung in der Stadt nicht notwendig
  • Es ist einfacher zu schalten, deswegen perfekt für Einsteiger

Nachteil einer Einfach-Schaltung

  • Mehrfach-Schaltung lässt sich feiner justieren (wichtig für Rennräder)

Damit sich die Einfachschaltung durchsetzt, müsste sie günstiger werden, meint Paulus. Denn bisher werde sie nur im Premium-Bereich bei teuren Sporträdern angeboten.

"Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Einfachfaschaltungen sich auch im City- oder Trekkingbereich weiter verbreiten werden."
Sonja Quirder, Fahrradmechaniker-Meisterin
Shownotes
Fahrradtechnik
Trend zu weniger Gängen beim Rad
vom 29. April 2021
Moderatorin: 
Jenni Gärtner
Gesprächspartner: 
Paulus Müller, Deutschlandfunk-Nova-Reporter