Die Fahrradsaison beginnt. Und wenn ihr euch ein neues Rad kaufen wollt, müsst ihr gar nicht so tief in die Tasche greifen. Aber auf ein paar Dinge müsst ihr achten, wenn ihr ein gutes, verlässliches Fahrrad haben wollt.

Für ein neues Fahrrad bezahlt der Deutsche im Durchschnitt 700 Euro. Das ist eine ordentliche Stange Geld. Und es geht natürlich noch viel teurer: Etwa wenn ein gutes Sportrad locker mehr als 1000 Euro kostet, von den Preisen für ein eBike ganz zu schweigen. Wer nicht so viel Geld für sein Fahrrad ausgeben möchte, kann aber sparen. Beim Discounter oder auf dem Fahrradflohmarkt zum Beispiel.

Fahrräder vom Flohmarkt

Flohmärkte, auf denen gebrauchte Fahrräder verkauft werden, gibt es in vielen Städten, oft auch regelmäßig. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Friederike Müllender hat etwa einen Fahrradflohmarkt in Köln besucht. Hier könnt ihr ganz billige Räder kaufen, die Preise gehen schon bei so etwa 60 Euro los. Die teuersten Modelle liegen bei knapp 400 Euro.

Es empfiehlt sich, nicht gleich das erstbeste, billigste Rad zu schnappen. Denn die sind oft besonders pflegebedürftig. "Will ich nicht öfters zum Fahrradladen laufen, gebe ich doch lieber im Vorhinein mehr Geld aus für ein gut restauriertes Rad", sagt Michael Paar, der Leiter vom Gebrauchtfahrradmarkt in Köln. Das Geld, das ihr also beim Kauf spart, müsst ihr häufig danach in Reparaturen und Ausbesserungen stecken.

"In erster Linie guckt man, wie ist der Verschleißzustand. Das sieht man am Lack , wenn da Kiischen dran sind, wenn da viel Rost dran ist, dann hat das Rad viel draußen gestanden und eventuell viele Kilometer gelaufen."

Wenn euch ein gebrauchtes Fahrrad anspricht, solltet ihr auf folgende Punkte achten:

  • Radcheck: Sucht Verschleiß am Fahrrad, Gibt es viele Kratzer? Ist viel Rost am Rad?
  • Probefahrt: Nur so könnt ihr selber erleben, ob das Rad rund läuft, ob es klappert, ob die Gänge richtig laufen.
  • Gespräch: Fragt die Verkäufer aus, um zu erfahren, ob es Unfälle gab mit dem Rad und warum es gegebenenfalls nachlackiert ist.
  • Vertrag: Auch wenn es ein Flohmarkt ist, solltet ihr einen ordentlichen Vertrag abschließen, in dem Adressen notiert sind, der Kaufpreis festgelegt und eine Rahmennummer eingetragen wird. Vordrucke gibt es hier beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club.

Mit einem Vertrag habt ihr etwas in der Hand, falls euer Rad mal geklaut wird oder verloren geht.

Fahrräder auf dem Kölner Gebrauchtfahrradmarkt.
© Friederike Müllender | Deutschlandfunk Nova

Fahrräder vom Discounter

Nicht nur auf Flohmärkten kommt man gut an günstige Räder, auch in Discountern oder Baumärkten gibt es passend zum Frühling viele Fahrradangebote. Stefan Behrendt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ist allerdings kritisch, wenn es um die Qualität der Fahrräder dort geht, nachdem er sich mehrere Modelle angesehen und einige Mängel entdeckt hat. Und nicht immer bekommt der Käufer ein sofort benutzbares Fahrrad.

"85 Prozent vormontiert heißt, dass ich wesentliche Teile an diesem Fahrrad fertig bauen muss. Wenn ich später damit Probleme habe, wird der Hersteller schnell sagen: 'Das liegt an ihrer Montage.'"

Beim Radkauf im Discounter oder Baumarkt solltet ihr folgende Punkte unbedingt beachten:

  • Details: Hat das Rad zum Beispiel Schutzbleche und Beleuchtung? Sonst dürft ihr das Fahrrad im Alltag gar nicht fahren.
  • Probefahrt: Viele Räder beim Discounter oder Baumarkt müssen im Netz bestellt werden, die Probefahrt fällt damit flach.
  • Montage: Häufig sind Discounter-Räder nicht komplett aufgebaut, ihr müsst also selbst schrauben.

Wer für ein Fahrrad maximal 200 Euro ausgeben möchte, sollte versuchen, ein gutes Gebrauchtrad zu kaufen, so Stefan Behrendt: "Da habe ich länger Spaß dran, als wenn ich ein billiges Baumarktfahrrad kaufe, wo die Gangschaltung schnell ausgelutscht ist und wo die Beleuchtung kaputt geht und ich vielleicht noch den Gepäckträger nachrüsten muss."

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