Steckt ihr gerade in eurer fair gehandelten Jeans und gönnt euch einen fair gehandelten Kaffee, um eurer/eurem Liebsten danach - frisch gestärkt - einen fair gehandelten Blumenstrauß vorbeizubringen? Bravo.

Den Fairen Handel wird’s freuen - zum ersten Mal hat der im letzten Jahr die Milliarde Euro Umsatz geknackt. Das war ein Anstieg von mehr als 30 Prozent bei den Fair-Trade-Produkten. Besonders erfolgreich schauen wir Deutschen auf das Siegel bei Kaffee, Bananen und Blumen. Der Kaffee alleine macht knapp 40 Prozent des Gesamtumsatzes von fair gehandelten Lebensmitteln aus.

"Man bekommt heute mehr fair gehandelte Produkte an mehr Orten."

Nur wenige Deutsche kaufen fair

Trotzdem: Insgesamt betrachtet sind die Zahlen, die jetzt veröffentlicht wurden, eigentlich alles andere als berauschend. Nur drei Tassen Kaffee von einhundert, die wir schlürfen, sind fair gehandelt.

"Im Schnitt sind es nur 13 Euro, die jeder Deutsche im Jahr für faire Produkte ausgibt."
Silke Hahne, Wirtschaftsredaktion

Die Franzosen geben mit acht Euro sogar noch weniger aus. Den Briten ist Fair Trade 33 Euro im Jahr wert, den Schweizern 57 Euro.

Was garantiert das Siegel?

In Deutschland werden inzwischen auch immer mehr Produkte mit dem grün-blauen Transfair-Siegel zertifiziert - mittlerweile auch Produkte, die nur noch 20 Prozent faire Inhaltsstoffe haben. Damit wolle man die Zertifizierung öffnen für sogenannte Mischprodukte, erklärt Silke Hahne.

"Der Handel betont: Keine Auszeichnung, wenn nicht alles fair gehandelt ist, was fair handelbar ist."
Silke Hahne

Kekse zum Beispiel beständen zu großen Teilen aus Mehl, Eiern und Milch - Inhaltsstoffen also, die nicht aus dem globalen Süden kommen, also auch gar nicht zertifiziert werden können.