In den sozialen Medien begegnen uns hin und wieder fragwürdige Inhalte. Bei Facebook können wir verdächte Postings melden. Bei Whatsapp können wir sie neuerdings von Nachrichtenagenturen prüfen lassen. Warum die das machen und wie das funktioniert, erklärt unser Netzautor.

Die Nachrichtenagentur Dpa (Deutsche Presse-Agentur) hat ein neues Angebot. Sie überprüft für uns fragwürdige Inhalte, die wir im Messenger zugeschickt bekommen.

Wenn wir beispielsweise nicht sicher sind, ob eine bestimmte Meldung der Wahrheit entspricht, können wir den Link zur Meldung per Whatsapp an die Dpa schicken, und die prüft das. Ähnliche Angebote gibt es bereits von der Nachrichtenagentur Afp und dem Recherchezentrum Correctiv.

Fragwürdigen Inhalt per Whatsapp verschicken und prüfen lassen

Der Ablauf ist einfach, beschreibt Netzautor Konstantin Köhler. Wir müssen die Nachrichtenagenturen einfach per Whatsapp anschreiben – beispielsweise erst einmal mit einem "Hallo" – und danach antwortet uns ein Chatbot, der uns durch verschiedene Optionen navigiert: "Zum Beispiel sich die letzten Faktenchecks anzugucken oder eben einen eigenen Beitrag einzureichen, der geprüft werden soll", so Köhler. Die Nummer dazu lasse sich leicht ergooglen.

"Im Prinzip läuft das wie bei einer Hotline: Wenn Sie Fragen zu ihrem Vertrag haben, drücken Sie die 1. Nur eben per Whatsapp. So läuft der Dialog ungefähr."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzautor

Eine Garantie, dass der eingereichte Beitrag wirklich überprüft wird, gibt es nicht. "Ich nehme mal an, dass da auch nach journalistischem Interesse geprüft wird", vermutet Netzautor Konstantin Köhler.

Baumarkt widersetzt sich nicht den Corona-Bestimmungen

Unser Netzautor nennt zwei Beispiele der bisher gemachten Faktenchecks. "Zum Beispiel ist die Meldung falsch, dass sich ein Baumarkt in Baden-Württemberg angeblich den aktuellen 3-G-Regeln widersetzt, um damit ein Zeichen gegen die Corona-Politik zu setzen. In Baden-Württemberg gelten Baumärkte als Grundversorger – so wie Supermärkte. Deswegen gibt es dort gar keine 3-G-Beschränkungen, sondern nur eine Maskenpflicht, sagt Köhler. Auch eine Meldung über ein angeblich höheres Krebsinfektionsrisiko durch die Corona-Impfung ist falsch, stellt er fest.

Interessenskonflikt bei kritischer Berichterstattung?

Natürlich steckt hinter dem Faktencheck Arbeit, wo man sich fragen kann, warum die Nachrichtendienste diesen Service anbieten? Schließlich könnte man ja auch sagen, dass es die Aufgabe von Whatsapp – also dem Facebook-Konzern Meta – ist, diese Prüfung der Inhalte zu übernehmen.

Als Grund für ihr Engagement als Faktenchecker nennen die Nachrichtenagenturen ihre gesellschaftliche Verantwortung. Am Ende bekommen sie auch Geld dafür, ordnet Netzautor Konstantin Köhler ein. Meta zahle das Geld dafür.

Daher stellt sich die Frage, ob es durch die Zahlung zu Interessenskonflikten in der Berichterstattung kommen kann. Konstantin Köhler hält das für unwahrscheinlich.

"Kann eine Zeitung noch kritisch über ein Unternehmen berichten, wenn es eine Werbeanzeige in der Zeitung schaltet? Ich würde sagen: ja – in den meisten Fällen klappt das."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzautor