Instagram hat im Mai verkündet, gegen falsche oder manipulative Posts vorzugehen. Jetzt sollen die Userinnen und User der Plattform dabei helfen, indem sie irreführende Beiträge melden.

Ziel der Foto-Plattform ist es, die Reichweite solcher Posts zu verkleinern. Meldet eine Userin oder ein User einen Beitrag als Fake News, prüfen ihn anschließend sogenannte "Fact-Checker". Halten diese den Post dann für manipulativ oder falsch, wird er im ersten Schritt versteckt.

Das bedeutet: Er wird anderen Nutzerinnen und Nutzern nicht mehr auf der Explore-Seite angezeigt. Also dem Bereich, wo Instagram diverse Beiträge unterhalb der Suchfunktion empfiehlt. Und der Post ist auch nicht mehr unter den verknüpften Hashtags auffindbar. Das soll verhindern, dass die Fake News weiter verbreitet werden.

Fake News sind nur versteckt, nicht gelöscht

Die Foto-Plattform informiert die Verursacher der Fake News nicht darüber, dass andere Nutzerinnen und Nutzer den Post gemeldet haben oder Fact-Checker diesen gerade überprüfen. Der Original-Post bleibt weiterhin für den Verfasser und dessen Follower sichtbar. Zudem kann er auch geteilt werden.

"Diese neue Funktion ist auch nicht mehr als ein Anfang – zumal die aktuellen Fact-Checker sich derzeit noch ausschließlich um den US-Markt kümmern."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Einen Beitrag in so einem Fall würde der Online-Dienst nicht löschen. Das begründet der Mutterkonzern Facebook damit, dass manipulative Posts einerseits nicht strafrechtlich relevant seien und sie andererseits nicht gegen die Richtlinien der Plattform verstoßen würden.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll hält diese Funktion daher auch lediglich für einen Anfang. Zudem gibt es die Fact-Checker aktuell auch nur für den US-Markt.

Das Problem mit den Falschinformationen

Laut US-Forschenden hat die Foto-Plattform ein massives Problem mit Propaganda dieser Art: So soll die russische Desinformationskampagne zwischen 2015 und 2018 insgesamt 187 Millionen Interaktionen auf den US-Seiten von Instagram generiert haben. Bei Facebook liegt die Zahl bei 77 Millionen.

"Instagram hat die höchste Interaktionsrate aller Plattformen."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Die Wissenschaftler erklären sich dieses Ergebnis durch zwei Faktoren:

  • Interaktion: Instagram hat die höchste Interaktionsrate aller Plattformen. Die Leute wollen hier kommentieren, teilen und posten.
  • Gefühl: Userinnen und User sind mit einem manipulativ eingesetzten Bild und wenigen Zeilen Text einfacher manipulierbar, als mit einem langen Text.

Deshalb habe Facebook bereits angekündigt, mehr Projekte gegen Fake News auf der Foto-Plattform umzusetzen, sagt Andreas Noll.