"Du bist ein Teil des Geschehens", schwärmt der englische Fußballfan Jon über Fangesänge, Emotionen, Eintrittspreise und Stehplätze bei deutschen Ligaspielen. Sein Wahlclub heißt: Union Berlin.

Verkehrte Welt? In den 70er und 80er Jahren schielten die Festlandfans neidisch auf die geile Stimmung in englischen Fußballstadien. Davon ist noch ein Hauch zu spüren, wenn die Fanhymne "You'll never walk alone" beispielweise in deutschen Stadien intoniert wird. Nach dem Unglück vom 15. April 1989, bei dem 96 Fußballfans auf einer völlig überfüllten Stadiontribüne in Sheffield ums Leben kamen, wurden in den Stadien nach und nach Stehplätze abgebaut.

Sitzplätze sind Stimmungskiller

Inzwischen ist es in den englischen Fußballstadien leise und langweilig geworden. Außerdem kosten die Sitzplätze um die 30 oder 50 Pfund. Für viele Fußballfans ein unerschwinglicher Preis, der damit zu einer Vorauswahl im Publikum führt. Die gut betuchten sitzenden Fans sind aber keine Stimmungsknaller.

"Warum Union? Die Stehplätze natürlich, die Stimmung und du bist ein Teil des Geschehens hier und ein Teil der Gemeinde, der Familie.“
Jon Darch, "Safe Standing Roadshow"

Jon Darch wirbt mit seiner Initiative "Safe Standing Roadshow" dafür, dass in englischen Stadien wieder Stehplätze eingerichtet werden. Dafür hat er eine kleine Stehtribüne gebaut und fährt damit von Club zu Club, um den Vereinsvorständen, Politikern und Polizei zu zeigen, wie Fans sicher im Stadion stehen könnten.

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