Vor zwei Jahren wurde Reshma Qureshi vom Ehemann ihrer Schwester mit Säure angegriffen. Sie verlor ihr linkes Auge, in ihrem Gesicht sind große Narben zu sehen. Jetzt haben Aktivisten sie zur Fashion Week eingeladen, um dort über den Laufsteg zu schreiten.

Die Geschichte von Reshma Qureshi beginnt vor zwei Jahren. Reshma ist 17 Jahre alt und mit ihrer Schwester in Mumbai unterwegs. Die hat Stress mit ihrem Ehemann. Weil der sich rächen will, besorgt er sich Säure und zwei Kumpel und greift die Schwestern an. Am Ende trifft es vor allem Reshma: Sie wird von den beiden Freunden des Ehemanns auf den Boden gedrückt, der Ehemann selber schüttet ihr dann die Säure ins Gesicht.

Was Reshma bis heute besonders schockiert: Sie waren umgeben von Menschen und niemand hat geholfen. Auch dann nicht, als ihre Schwester um Hilfe geschrien hat. Im Krankenhaus wurden sie abgewiesen, weil sie nicht genügend Geld hatten. Bei der Polizei wurden die Schwestern fünf Stunden lang verhört. Erst danach konnte Reshma zu einem Arzt. Besonders traurig: Reshmas Geschichte ist kein Einzelfall, sondern Alltag in Indien.

Neues Bild von Schönheit

Mit Hilfe der Organisation Make Love not Scars hat Reshma jetzt eine neue Chance bekommen. Sie darf bei der New York Fashion Week über den Laufsteg schreiten. Einer Veranstaltung, von der sie bis vor ein paar Tagen noch nicht mal wusste, dass es sie gibt. Sie hat keine Angst, dass sie dort angestarrt werden könnte. Das ist sie inzwischen gewohnt.

Aber sie erlebt auch viele positive Geschichten. Auf einem Flug nach Neu Delhi zum Beispiel hat eine Frau Reshma einen Zettel zugesteckt. Auf dem stand: "Du bist schön. Kämpfe weiter." Auch andere Passagiere hätten ihr Mut gemacht. Mittlerweile hat sich ihr Bild von Schönheit verändert. Sie ist davon überzeugt, dass Schönheit von innen kommt, denn das würden ihr die Leute widerspiegeln. Die Aufmerksamkeit für ihr Schicksal nutzt Reshma für den Kampf gegen den freien Verkauf von Säure.

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