Freiwillig im Ausland arbeiten, dabei die Kultur und das Land kennenlernen. Was für viele von uns ein Traum ist, hat Marlene konkret geplant. Sie erklärt, warum sie sich dafür entschieden und worauf sie geachtet hat.

Marlene hat ihr Abitur in der Tasche und freut sich schon sehr auf sechs Monate Freiwilligendienst in Israel. Auch acht ihrer Freund*innen haben sich entschlossen, auf diese Weise ins Ausland zu gehen.

"Ich dachte, dass Freiwilligendienst gut ist, um Menschen näher zu kommen, vielleicht sogar Geld zu verdienen und sich auch noch nützlich zu machen."
Marlene über ihre Gründe für einen Freiwilligendienst im Ausland

Bei freiwilliger Arbeit gibt es zwei unterschiedliche Modelle, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Justus Wolters. Zum einen ist es möglich, private Anbieter zu bezahlen. Dabei kann man sich dann aussuchen, an welchem Ort man welche freiwillige Arbeit leistet.

Marlene auf einer Bank
© Louise Hartmann
Marlene leistet bald Freiwilligenarbeit in Israel.

Die zweite Möglichkeit ist es, sich auf Freiwilligendienste bei Organisationen zu bewerben, die von der Bundesregierung gefördert werden.

Marlene wollte länger an einem Ort bleiben und konnte deshalb einen Platz bei einer staatlich geförderten Organisation bekommen.

Probleme bei Freiwilligenarbeit im Ausland

Freiwilligenarbeit im Ausland lag laut Justus Wolters noch in den 2000er-Jahren sehr im Trend. Aber der Vorwurf, dass es sich hierbei um sogenannten White Saviourism handelt, sowie die mangelnde Aufklärung der Organisationen darüber, was sie wirklich machen, hat den Trend gestoppt.

"White Savourism" beschreibt das Phänomen, dass sich weiße Menschen aus dem Globalen Norden dazu berufen fühlen, in Ländern des Globalen Südens Entwicklungs-, Aufklärungs- oder Hilfsarbeit zu leisten. Gründe sind dabei gut gemeinte ethische und moralische Motive, wie "etwas Gutes tun wollen". Vielen ist dabei jedoch die historisch verankerte und komplexe Problematik von weißer Dominanz und Vorherrschaft nicht bewusst.

Auch Marlene sagt, dass sie sich unter anderem deswegen gegen das Unterrichten von Deutsch und für eine transparente Organisation entschieden habe.


Europäisches Ausland bei Freiwilligen beliebt

Aktuell sind aus diesem Grund und wegen der unsicheren Reiselage aufgrund der Corona-Pandemie gerade besonders Länder im europäischen Ausland bei Freiwilligen gefragt. Aber auch Ghana und die Dominikanische Republik wurden oft gewählt – weil sie während der Pandemie kaum Reisebeschränkungen hatten.

"Ich freue mich auf die neue Erfahrung, die Kultur und das Land."
Marlene über ihre Wünsche für die Freiwilligenarbeit

Marlene sagt, dass es ihr bei der Suche wichtig gewesen sei, sich mit der Arbeit wohlzufühlen. Das bedeutet für sie, dass sie wirklich die nötige Kompetenz hat, eine Arbeit auch gut erfüllen zu können.

Sie wird in einer Tagesklinik für Menschen mit Autismus in Jerusalem arbeiten. Seminare bereiten sie auf diesen Job vor. Und auch ein Sprachkurs in Hebräisch wird ihr helfen, sich in der neuen Umgebung und bei der Arbeit zurechtzufinden.

Ihr wollt mehr darüber erfahren wie ihr eine geeignete Organisation für einen Freiwilligendienst findet? Wir haben ein paar Infos für euch zusammengetragen:
Freiwilligendienst im Ausland: Darauf können wir beim Volunteering achten
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