In der Schweiz steht ein Mann vor Gericht, der aus einem Museum Vogelfedern im Wert von 5,5 Millionen Euro geklaut hat. Über das Geschäft mit Federn von seltenen oder ausgestorbenen Vögeln. 

Der Dieb war über längere Zeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv und hat Federn im Wert von 5,5 Millionen Euro gestohlen. Dabei ist das Sammeln von Vogelfedern generell verboten - und der Diebstahl aus Museen sowieso. 

"Wie ein Picasso"

Der Betrag von 5,5 Millionen ist geschätzt - eher ein ideeller Wert oder einer, der auf dem Schwarzmarkt erzielt werden könnte. "Vogelfedern werden vor allem dann sehr wertvoll, wenn die Vogelart sehr selten oder sogar ausgestorben ist", sagt Lars Lachmann, Vogelexperte vom Naturschutzbund Deutschland. Jede Feder sei dann eine Art Picasso - ein Einzelstück und nicht oder kaum wieder zu beschaffen.

Deshalb, sagt Lachmann, hätte der Angeklagte sich wohl auch auf Federn in Museen konzentriert - weil es dort Vogelarten gibt, die sonst in der Natur kaum zu finden sind.

Ein Steinadler im Anflug
© imago/blickwinkel
Die Federn des Steinadlers sind beliebt als Zubehör für bestimmte Trachten.

Für Vogelfedern gibt es eine ganze Sammlerszene, sagt Lars Lachmann, ebenfalls einen Schwarzmarkt. In Deutschland zum Beispiel gibt es bestimmte Trachten, zu denen eine Adlerfeder gehört. Wer sich nicht mit einem Imitat zufrieden gibt, besorgt sich eine Feder womöglich auf dem Schwarzmarkt, denn legal sind sie kaum zu bekommen. Solche Schwarzmarkt-Federn stammen im schlimmsten Fall von Vögeln, die extra für den Federverkauf getötet wurden.

In Deutschland ist das Sammeln von Federn prinzipiell verboten. Die Regel lautet: Geschützte Tiere oder Teile von ihnen dürfen sich nicht angeeignet werden. Da alle heimischen Vögel zu den geschützten Tieren zählen, dürfen ihre Federn nicht gesammelt werden.

"Das Sammeln hat man generell verboten, weil manche Sammler Vögel getötet haben und danach sagten: Den habe ich tot am Straßenrand gefunden."
Lars Lachmann, Naturschutzbund Deutschland

Das führt zum nicht leicht nachvollziehbaren Verbot, Federn zu sammeln, die man beispielsweise bei einem Spaziergang im Wald findet. Dahinter steckt die Befürchtung, dass Federsammler Vögel töten, im Zweifelsfall behaupten, sie hätten das Tier bereits tot aufgefunden, und dann deren Federn legal in ihre Sammlung aufnehmen.