Onlinespiele sind salonfähig geworden, doch auf einen salonreifen Ton sollten sich Gamer nicht verlassen - häufig wird gegen die ein oder andere Netiquette verstoßen.

Gegenspieler zu beleidigen und zu beschimpfen, ist ja auch ein Stück weit nachvollziehbar, vor allem wenn diese besser sind als man selbst. Das kommt nicht nur bei Onlinespielen vor. Im virtuellen Spiel wird dem Gegenspieler außerdem gerne unterstellt, er sei ein Hacker und würde mit unfairen Mitteln kämpfen.

Anfänger kriegen ihr Fett weg

Besonders fies werden Gamer aber gegenüber Anfängern, wenn sie ihnen das Spiel versauen. Tobias Nowak kennt das Problem, als Anfänger in ein Team mit guten Spielern geworfen zu werden.

"Wenn ich dann deren Standard nicht halten kann, bekomme ich schon mal eine Mail, in der ich als "noobiges Opferkind" beschimpft werde."
Tobias Nowak, DRadio-Wissen-Autor

Manche Gamer nerven ihre Mitspieler auch, weil sie ihre Stimme verzerren und sich zum Beispiel immer mit einer Mickey-Mouse-Stimme melden. Solche Gamer werden als Trolle in der Gamerwelt gebrandmarkt. Weibliche Gamer müssen sich ohnehin warm anziehen: Frauenfeindliche Äußerungen sind leider weitverbreitet, erzählt Tobias Nowak.

Bad Reputation

Treibt es ein Onlinespieler zu bunt, sollten ihn die anderen Gamer melden. Die schlimmste Bestrafung: Er wird gesperrt. Microsoft hat sich für die Xbox One ein Reputationssystem einfallen lassen, das nicht nur Beschwerden von Spielern berücksichtigt, sondern auch, ob die Gamer regelmäßig von ihren Mitspielern gemutet werden - also deren Kommunikation unterdrückt wird. Daraus lässt sich ableiten, dass der gemutete Spieler verbal übergriffig wurde. Das System reguliert dann die Reputation des Gamers nach unten.