Das macht jeden wahnsinnig: Wir wissen, worum es geht, aber das Wort fehlt. Was im Gehirn schief läuft und wie wir schneller zur Lösung kommen.

"Moment, ich komm gleich drauf, das ist doch die Dings aus Harry Potter, die auch..." Der Name liegt uns auf der Zunge, aber er will uns einfach nicht einfallen. Und das kann stundenlang gehen. Im englischen Sprachraum gibt es dafür ein Wort: Das "Tip-of-your-tongue"-Phänomen, also das Zungenspitzenphänomen. Wissenschaftler haben jetzt einen Tipp, wie wir schneller auf das gesuchte Wort kommen.

Absolute Wort-Blockade

Besonders frustrierend beim Zungenspitzenphänomen: Wir können beschreiben, worum es geht und auch zum Wort haben wir Anhaltspunkte. Manchmal denken wir an ähnliche Wörter, wir verbinden ein Gefühl oder Erinnerungen damit oder haben einen Rhythmus im Kopf. Wir sind also ganz nah dran.

Dass wir so verzweifelt unsere Gehirnwindungen abklappern müssen, liegt daran, wie wir Informationen speichern. Wörter (und der Wortklang) und was sie bedeuten - das wird im Hirn an unterschiedlichen Stellen verortet. Auffindbar werden sie nur, indem wir quasi die Verlinkungen zwischen beiden immer aktuell halten. Werden wir älter oder benutzen Begriffe seltener, dann verblasst auch diese Verbindung.

Der Schlüssel zur Lösung sei der Klang, sagt etwa die amerikanische Neuropsychologin Lise Abrams. Statt nur nach dem Anfangsbuchstaben der gesuchten Person oder Sache zu graben, sollten wir lieber direkt Laute dazu formen. Wir glauben, es muss mit einem E beginnen? Dann am besten gleich mit der ganzen Silbe weiterprobieren: Wie passt eu, et, em? Und zack fällt uns ein: Emma Watson, na klar, so heißt die Schauspielerin, die Hermine in den Harry-Potter-Filmen gespielt hat.

So bleibt der Wortschatz frisch

Langfristig soll es zudem helfen, viel zu lesen, besonders Texte, in denen seltene, also rare Wörter vorkommen. Wenn es um Namen geht, hilft tatsächlich Training. Also beispielsweise die Kollegen regelmäßig mit Namen ansprechen.

Und dann gibt es noch einen weiteren Trick, so Lise Abrams, die seit Jahren zum Zungespitzenphänomen forscht. Die Verbindungen zwischen Wortklang und Bedeutung können durch Aufregung und gezielte Impulse effizienter gemacht werden. Im Labor haben das Wissenschaftler beispielsweise durch die Zugabe ganz leichter Stromstöße getestet.

Ihr Tipp, wie sich ein ähnlicher Effekt harmloser daheim erzielen lässt: Wenn uns ein Begriff nicht einfällt, laut werden, schimpfen, ein wenig die Emotionen in Wallung bringen und vielleicht kommen wir dann schneller auf das fehlende Wort.