Ein Kind zu verlieren, bevor es überhaupt auf die Welt kommt, ist für viele Menschen eine schwere Erfahrung. In Eine Stunde Liebe erzählt ein Paar, wie die beiden mit zwei Fehlgeburten umgegangen sind. Außerdem ist die Macherin der Internetseite "Das Ende vom Anfang" zu Gast. Sie sammelt Erfahrungsberichte und Informationen zu Fehlgeburten.

"In Werbung oder Filmen wird immer nur die große Freude gezeigt, sobald man den positiven Schwangerschaftsfest in der Hand hält. Aber mit den Trauergeschichten geht man nicht so offen um."
Julia Stelzner, Journalistin

Nachdem Julia Stelzner selbst zwei Fehlgeburten erlebt hatte und in Medien kaum Informationen dazu finden konnte, hat sie selbst einen Artikel geschrieben. Eigentlich sind Mode, Reisen und Essen ihre Themen als Journalistin. Aber damit sich Frauen in der gleichen Situation nicht alleine fühlen, hat sie ihre Gefühle nach einer Eileiterschwangerschaft und einer Fehlgeburt beschrieben.

Viele Frauen haben darauf reagiert und der Berliner Journalistin ihre Erfahrungen beschrieben. Daraus ist Julias Idee für die Internetseite "Das Ende vom Anfang" entstanden. Eine Sammlung von Erfahrungsberichten, dazu Interviews von Expertinnen und Experten zum aktuellen Stand in Forschung und Medizin.

Schwer zu ertragen

Natalie und Stefan erzählen in Eine Stunde Liebe von ihrer Erfahrung mit Fehlgeburten, bevor sie zwei Kinder bekommen haben.

"In der Beziehung war es ein großes Problem, ich hab immer gedacht, er trauert zu wenig." / "Mir ging es wieder gut, und eigentlich hatte ich mir das von Natalie dann auch gewünscht. Aus heutiger Sicht ein absurder Wunsch."
Natalie und Stefan, Paar aus Bergisch Gladbach

Frauenärztin Maggie Banys-Paluchowski aus Hamburg erklärt, warum es so oft zu Fehlgeburten kommen kann. In der Medizin geht man davon aus, dass jede dritte bis fünfte Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt endet. Was im Umfeld oder auch bei den Ärztinnen und Ärzten dann manchmal fehlt, ist mit den Frauen und Paaren sensibel umzugehen.

"Manchmal kommen auch solche Kommentare: ‚Es waren nur ein paar Zellen, entspannt euch.‘ Das ist wirklich manchmal schwer zu ertragen, denn das was verloren geht, sind nicht die paar Zellen, sondern die ganze Vorstellung, die man von sich als Familie hat."
Maggie Banys-Paluchowski, Frauenärztin