Berliner Clubs wollen vor GHB und GBL warnen. Eine Überdosierung zusammen mit Alkohol ist wohl die Hauptgefahr, die von den flüssigen Partydrogen ausgeht.

Gammahydroxybutyrat, kurz GHB, ist eine illegale Partydroge. Sie ist durch das Betäubungsmittelgesetz verboten und auch unter den Namen G, Gina oder Liquid Ecstasy bekannt. Wird GHB unwillentlich gegeben ist von K.-o-Tropfen die Rede.

Wirkungsgleich und weiter verbreitet ist die Droge Gammabutyrolacton, kurz GBL. Diese Droge wird in Deutschland durch die Behörden nur handelsüberwacht. Der Besitz ist nicht verboten. (Stand 19.11.2021) GBL wird erst im Körper zu GHB verstoffwechselt. Problematisch ist, dass schon geringste Mengen eine Überdosis ausmachen können.

Dosierung als Problem

Die Wechselwirkung mit Alkohol gilt dabei als besonders schwer kalkulierbar. Im Zusammenhang von GHB und GBL ist oft auch von Microdosing die Rede. Beide Drogen haben chemisch betrachtet mit Ecstasy nichts zu tun, der Effekt kann allerdings ähnlich sein, sagt Ralf Wischnewski von der Drogenhilfe Köln.

Es ergebe sich eine zusätzliche Dosierproblematik. dadurch, dass diese Substanzen auf dem Schwarzmarkt verkauft werden und nicht immer klar sei, welche Substanz man genau vor sich habe.

"Wir haben ein sehr breites Wirkungsspektrum. Von euphorisierend, Freude machend, was man auch von Ecstasy kennt, bis hin zu wirklich Bewusstlosigkeit, Atemdepression und im schlimmsten Fall auch Tod."
Ralf Wischnewski, Drogenhilfe Köln

Entsprechend sind GHB und GBL besonders beim Clubpublikum recht beliebt. Einer Untersuchung der Berliner Charité von 2018 zufolge, hat rund ein Zehntel des Clubpublikums in der Stadt die Droge zumindest schon mal ausprobiert.

Kampagne warnt vor G-Konsum

Nach dem Tod einer Frau in Berlin soll eine Kampagne unter dem Dach der Berliner Clubcommission junge Clubgängerinnen und Clubgänger vor dem Konsum warnen.

"Plakate sollen aufgehängt werden in den Kiezen mit vielen Clubs, aber es soll auch Social Media Aktionen geben – und zwar ganz klar gegen den Konsum von G."
Carolin Bredendiek, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

G werde schon seit Jahrzehnten konsumiert, sagt Andrea Piest vom Drogennotdienst in Berlin. Sie empfiehlt generell den Dialog mit Konsumierenden und kritisiert die Verbotskultur im Zusammenhang mit GHB und GBL. Menschen, die überdosieren, bräuchten Hilfe keine Hausverbote. Viele hätten schon ein großes Bedürfnis, über ihre Erlebnisse zu reden und sich beraten zu lassen. "Wir haben auch das Phänomen, dass Menschen, die leicht überdosiert haben und nicht mehr ganz so hübsch aussehen, vor die Tür gesetzt werden. Das sind Konsequenzen aus einer Verbotskultur", sagt Andrea Piest.

Nach dem Lockdown gebe es in der Partyszene allerdings einen gewissen Nachholbedarf, vielleicht werde die Droge deswegen verstärkt konsumiert, vermutete sie. Gerade jüngere, unerfahrene Menschen, seien der Gefahr einer Überdosierung ausgesetzt.

"Was wir generell jetzt gemerkt haben nach dem Lockdown, dass die Menschen die jetzt feiern gehen jetzt so einen Aufholdruck haben und lange Zeit zu Hause waren."
Andrea Piest, Drogennotdienst in Berlin
  • Update
  • Moderatorin:  Sonja Meschkat
  • Gesprächspartnerin:  Carolin Bredendiek, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin