Für viele sind die USA ein Traumziel – ob für den Urlaub, ein Praktikum oder gar, um dort zu leben. Die Popkultur, das College-Leben und die unbegrenzten Möglichkeiten ziehen sie beinahe magisch an. Die Deutsche Felicia lebt seit zwei Jahren dauerhaft im US-Bundesstaat Ohio und findet, dass wir einiges von der Mentalität der Amerikaner lernen können – trotz aller Vorurteile und Klischees über das Land.

Wie viele andere Menschen lernte Felicia die USA zunächst als Touristin kennen. Nach einem Auslandssemester, einem Praktikum und einem Master dort gewann sie schließlich in der Greencard-Lotterie. Seit zwei Jahren nun lebt die Deutsche in Amerika. Ihr Bild von dem Land, den Menschen und deren Mentalität habe sich seitdem stark verändert, wie sie sagt.

"Ich dachte, die Amerikaner sind alle sehr oberflächlich und das ist ein bisschen nervig auf Dauer."
Felicia über ihr Amerika-Bild als Touristin

Während ihrer ersten Urlaube in den USA sei Felicia beispielsweise vom ständigen Smalltalk der Menschen genervt gewesen, erzählt sie. Sie habe das als oberflächlich empfunden. Das änderte sich erst, als sie dorthin auswanderte.

"Wenn man in der Kultur lebt, dann lernt man, sie richtig zu interpretieren und die Smalltalk-Sprache zu sprechen", erklärt sie den Wandel. Man müsse erst lernen, in welcher Situation sich hinter dem Smalltalk wirkliches Interesse verberge und wann tatsächlich nur eine Begrüßung dahinter stecke.

USA: Das Land der Freundlichkeit

Inzwischen schätzt Felicia den Optimismus der Menschen in ihrer derzeitigen Heimat sehr, berichtet sie. Sie findet, dass Deutsche sich außerdem die Freundlichkeit im Alltag und die gegenseitige Unterstützung abschauen könnten.

"Ich habe das Gefühl, ich kann hier ich selbst sein. Ich kann tun und lassen, was ich möchte, ohne von anderen Leuten ver- oder beurteilt zu werden."
Felicia über ihr heutiges Amerika-Bild

Felicia habe erst lernen müssen, sich durch die positiven Augen der Amerikanerinnen zu sehen. "Dadurch habe ich sehr, sehr viele Sachen gemacht, die ich mich nie getraut hätte, wenn ich in Deutschland geblieben wäre", sagt sie.

Dennoch sieht Felicia die USA nicht ausschließlich durch die rosarote Brille. So falle es ihr schwer, damit umzugehen, wie konservativ das Land in einigen Gegenden sei, welch eine große Rolle die Religion im Alltag spielen würde oder auch, wie viele auch junge und gebildete Menschen wissenschaftliche Fakten, wie beispielsweise die Evolution, leugnen würden.

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