Freunde sind Freunde, egal ob sie nah dran oder weit weg leben. Doch ganz so einfach ist es nicht, sagt Paartherapeut Florian Klampfer. Und plädiert für eine klare Beziehungsebene.

Freunde in ganz Europa. Irgendwie normal inzwischen. Aber sind das wirklich Freunde? Also Freunde-Freunde? Schließlich sieht man sich nicht so oft. Und manchmal war nicht mal viel Zeit, um sich wirklich kennenzulernen. "Ebenen, die man in einer persönlichen und regelmäßigen Beziehung hat, sind in einer Fern-Freundschaft schwer möglich", sagt Florian Klampfer, Paartherapeut in Berlin.

Andererseits: Sich nicht regelmäßig sehen, wenig Kontakt halten und vielleicht dem anderen sogar vorwerfen, sich nicht zu melden - das ist auch in einer Großstadt möglich.

Willst du es oberflächlich?

In einer Fern-Freundschaft aber ist die Gefahr größer, dass die Erwartungshaltung nicht klar ist. Da spricht man eineinhalb Jahre nicht miteinander, und plötzlich kommt die Nachricht: "Bin demnächst bei dir in der Stadt. Kann ich bei dir pennen?" Oder andersherum: "Der eine schreibt dem anderen: Du meldest dich gar nicht. Was ist los? Willst du keinen Kontakt mehr?"

Florian Klampfer hält es für sinnvoll, über die Erwartungen zu sprechen, also abzuklären, dass beide entweder die enge Freundschaft mit regelmäßigem Austausch wollen oder es doch eher oberflächlich halten.