In der niederländischen Agentur Heldergroen werden jeden Abend um 18.30 Uhr die Schreibtische unter die Decke gezogen - Weiterarbeiten unmöglich. Die Mitarbeiter müssen fertig werden.

Die niederländische Werbeagentur Heldergroen hat sich auf Projekte spezialisiert, die in irgendeiner Form die Welt verbessern wollen. Sie entwickelt Werbung für etwa ökologisches Waschpulver oder Mineralwasser, bei dessen Kauf die Kunden genauso viel Wasser für ein Land spenden, in dem es wenig Trinkwasser gibt. Irgendwann dachte sich die Agentur: Wie können wir uns selbst so aufstellen, dass auch wir ein positives Zeichen setzen?

Agentur-Chef Sander Veenendaal sagt: "Es gibt so viel mehr außer Arbeit im Leben." Dieser Gedanke war Grundlage für das, was Heldergroen als positives Zeichen definiert: Jeden Abend um circa 18 Uhr werden die Schreibtische samt Computer per Seilzug unter die Decke gezogen. Arbeiten ist dann unmöglich, es sei denn der Mitarbeiter hängt sich ebenfalls unter die Decke.

"Wir arbeiten tagsüber hart und konzentriert."
Heldergroen-Chef Sander Veenendaal

Laut Veenendaal erhöht diese Maßnahme nicht etwa den Stress auf die Mitarbeiter. Vielmehr sorgt sie dafür, dass sie pünktlich Feierabend machen und nicht noch ewig im Büro sitzen. Allerdings klappt diese Methode auch nur, weil die Mitarbeiter tagsüber konzentriert arbeiten. Manchmal kommt einer morgens ein, zwei Stunden früher. Überstunden gibt es also noch.

Abends und am Wochenende, wenn die komplette Büroausstattung unter der Decke hängt, finden zum Beispiel Yoga- oder Koch-Kurse statt. Die Agentur nimmt für die Nutzung eine Gebühr. Am Ende des Jahres macht sie damit etwas - selbstverständlich -, das die Welt verbessert.