Die guten alten Indie-Festivals sind zwar noch gut besucht, aber richtig ab geht es auf EDM-Festivals. Kritisch könnte man sagen: ein Massenspektakel und Sponsoring-Feuerwerk. (Aber geil!)

Das Parookaville-Festival ist ein gutes Beispiel dafür, wie groß der Bedarf an Electronic-Dance-Music-Festivals in Deutschland war. Vor drei Jahren startete Bill Parooka sein Projekt und kreierte einen Ort voll Wahnsinn, Liebe und Glückseligkeit. So zumindest beschreiben es Teilnehmer des Festivals, das mit 80.000 Menschen in diesem Jahr wieder proppevoll wird. 

"Es ist wie in einem Film: Feuerwerk, Laserstrahler, Konfetti. Es geht um diese Euphorie, in diese Geschichte einzutauchen."
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Zu Festivals wie dem Parookaville in Weeze oder dem Tomorrowland in Belgien kommen so viele Menschen, weil die Stars der Szene da sind - also David Guetta, Felix Jaehn, Steve Aoki.

"Der rasiert alles, dat ist, wenn der abgeht, dann ist der Drop in die Fresse."
Besucher des Parookaville-Festivals zu Steve Aoki
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Mehr Drops - also mehr Steigerungen - machen eine Generation glücklich, die vorher gar nicht auf Festivals unterwegs war. Festival-Organisator Bernd Dicks analysiert, dass das die Leute sind, die die Anfänge der Mayday oder Loveparade gar nicht mitbekommen haben, aber großen Bedarf nach Party dieser Art und der Musik haben. 

"Veranstaltungen aus den 90ern, wo man noch mit Neonnetzhemd und Gasmaske hingegangen ist, kennen die alle halt nicht, und wir haben festgestellt, dass es diesen großen Hunger gibt."
Bernd Dicks, Festivalorganisator
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Dass Festivals wie Melt, Dockville oder Summer Jam nicht ausverkauft sind, wie früher mal, liegt aber nicht daran, dass jetzt alle zu den EDM-Festivals laufen. Carsten Schumacher vom Magazin Festivalguide kommt eher zu dem Schluss, dass es "Menschen sind, die sonst nicht auf anderen Festivals zu sehen wären." Also wie in der Politik: Nichtwähler, die jetzt aktiviert worden sind.