Die deutschen Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben einen geplanten Anschlag des Islamischen Staats vereitelt. Die IS-Terrormiliz soll es auf eine belebte Einkaufsmeile in der Düsseldorfer Altstadt abgesehen haben.

"Die Verdächtigen sind als Flüchtlinge getarnt über die Balkanroute nach Europa gekommen. Das ist ein Albtraum für die Behörden."
Klaus Remme, DRadio-Wissen-Hauptstadtstudio

Drei Terrorverdächtige aus Syrien wurden am Donnerstag (02.06.2016) in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg festgenommen, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Sie sollen zwischen 25 und 31 Jahre alt sein. Ein vierter Mann, Saleh A., sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft. Auf seinen Aussagen beruhen die Erkenntnisse der Ermittler.

Der Mann, der zuvor in einer Flüchtlingsunterkunft in Kaarst wohnte, habe sich als "reuiger Beteiligter" ausgegeben und deshalb ausgepackt, heißt es. Seine Auslieferung ist beantragt. Saleh A. hatte sich den Behörden gestellt, weil er nicht wollte, dass seine Tochter die eines Terroristen ist, sagte Georg Mascolo, der Leiter des Rechercheverbundes von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung in den Tagesthemen.

Erwartbare Reaktionen

Vermutungen, dass es über kurz oder lang auch einen Anschlag in Deutschland geben wird, gibt es schon länger. Die jüngsten Meldungen rufen zweierlei Reaktionen hervor, sagt Klaus Remme:

  • Aus dem Landtag von NRW komme die Forderung, alle Flüchtlinge müssten sich nun Sicherheitsprüfungen unterziehen
  • Gleichzeitig warnen Polizeigewerkschaft und viele andere vor einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge
"Die Tarnung als Flüchtlinge schürt Ängste und ist Teil der perfiden Taktik des IS."
Klaus Remme

Bisher keine Beweise

Hinweise, "dass die Beschuldigten bereits mit der Umsetzung ihres Anschlagsplanes konkret begonnen hatten", liegen nach Angaben der Bundesanwaltschaft nicht vor.

Es heißt: Angeblich sollen die Männer einen Anschlag geplant haben. Bei den Verdächtigen wurden aber offenbar keine Waffen gefunden. Einzelheiten über die Taten sind nicht bekannt. Einen Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft, die am 10. Juni in Frankreich beginnt, gibt es wohl nicht.

"Als Blaupause dienten offenbar die Anschläge von Paris. Eine der Schwächen ist, dass es bisher keine Beweise gibt."
Klaus Remme