Das Land ist klein, heiß und hat sich bislang nicht als Fußballgroßmacht hervorgetan. Dennoch wird Katar 2022 die Fußball-WM austragen. In Zürich diskutiert die Fifa zurzeit über das Turnier - stellt es aber nicht grundsätzlich in Frage.

Katar ist kleiner als Schleswig-Holstein. Katar besteht aus Wüste. Es könnte also logistisch schwierig werden, dort eine Fußball-WM abzuhalten. Darüber diskutiert die Fifa heute und morgen in Zürich. Eigentlich waren die Probleme Katars schon vor der Vergabe des Turniers offensichtlich, aber "das war der FIFA wohl egal", sagt unser Sport-Kollege Philipp May. Die Fakten hätten schon vorher auf dem Tisch gelegen. So hat der ehemalige chilenische Verbandschef Harold Mayne-Nicholls vor der Vergabe alle Bewerber für die WM besucht und einen Bericht angefertigt. Und dort war zu lesen, dass es in Katar zu heiß ist, dass es nur einen Flughafen gibt und dass es problematisch sein kann, wenn drei WM-Spiele in einer Stadt stattfinden.

Flughafen für vier Wochen

Grundsätzlich sind einige der logistischen Probleme zu lösen. So will Katar Stadien, Straßen, eine U-Bahn und einen zusätzlichen Flughafen für das Turnier bauen - die einen Monat später nicht mehr gebraucht werden.

In Zürich wird wohl formell das Turnier in den Winter verlegt. Unabhängig davon, was das für andere Sportarten bedeutet, die niemand mehr sehen will, wenn zeitgleich in Katar gekickt wird.

Eine gute Nachricht: Auch das Thema Menschenrechte steht in Zürich auf der Agenda. Sepp Blatter hat darüber auch mit dem Emir von Katar gesprochen. Offenbar hat die Fifa mittlerweile erkannt: Wer sich vollkommen über Menschenrechte und Arbeitsschutz hinwegsetzt, hat ein Imageproblem. Auch wenn beim Fußballverband niemand so weit geht, dem Golfstaat deshalb die WM wieder wegzunehmen, sagt Philipp May.