Nach Medienberichten steht Franz Beckenbauer im Visier der Ermittler des Fußball-Weltverbandes Fifa.

Die Fifa und die ihre umstrittene WM-Vergabe nach Katar und Russland - in diesem Buch wurden schon einige Kapitel geschrieben. Und nach übereinstimmenden Medienberichten könnte jetzt ein neues hinzukommen. Franz Beckenbauer steht demnach im Visier der Ermittler des Fußball-Weltverbands. Es geht darum, ob er die Ethik-Regeln der Fifa beachtet hat. Konkret dreht es sich um die Vergabe der WM 2018 nach Russland und 2022 nach Katar. Laut den Berichten wird deswegen jetzt gegen Beckenbauer und vier weitere ehemalige oder aktuelle Mitglieder der Fifa-Exekutive ermittelt.

Mehrere Medien berichten übereinstimmend über die neuen Entwicklungen - und beziehen sich auf Quellen aus der Fifa, sagt Claudia Müller aus unserer Nachrichtenredaktion. Sowohl Fifa als auch Franz Beckenbauer äußern sich nicht. Was aber klar ist: Vergangene Woche haben beide Ethikhüter bei der Fifa, Michael Garcia und Hans-Joachim Eckert, bestätigt, dass die Untersuchungskammer des Fußballverbandes eine Reihe formeller Verfahren gegen Einzelpersonen eröffnet habe - ohne Namen zu nennen.

Im Sommer wurde Beckenbauer von der Fifa schon einmal für 90 Tage für jegliche Tätigkeit im Fußball gesperrt. Der Grund damals: Beckenbauer soll sich geweigert haben, mit dem Sonderermittler Garcia zu kooperieren und dessen Fragen zu beantworten. Erst nach der Sperre hat Beckenbauer den Fragenkatalog des Ethik-Komitees beantwortet. Die Sperre wurde dann auch vorzeitig aufgehoben.

Warum jetzt gegen die Fußball-Ikone ermittelt werden soll? Es geht um die Doppelvergabe der Weltmeisterschaften nach Katar und Russland. Darüber haben im Oktober 2010 22 Männer abgestimmt. Und die Frage ist: Wurde jemand beeinflusst? Gab es Interessenskonflikte?