Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen beginnt in Frankreich. Das Bewusstsein für geschlechtergerechte Sprache in der Bevölkerung hat zugenommen - Und wir fragen uns anlässlich der WM: Ist "Mannschaft" im Zusammenhang mit einem Frauen-Team das richtige Wort?

Tatsächlich gibt es im Duden das schöne Wort "Frauschaft" anstelle von "Mannschaft", die ein aus weiblichen Mitgliedern bestehendes Team bezeichnet. Zugegeben, wirklich gebräuchlich ist es nicht, aber vielleicht ändert sich das noch.

Statt Mannschaft einfach Team

Wir bei Deutschlandfunk Nova versuchen, Wortkombinationen wie "Frauen-Mannschaft" oder "Damen-Mannschaft" zu vermeiden, weil sie nicht genderneutral sind. Unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Sportredaktion haben sich bereits verschiedene genderneutrale Begriffe zurecht gelegt. Matthias Friebe beispielsweise favorisiert den Begriff "Team". Die "Elf" oder "Equipe" sind ebenfalls gängige Alternativen.

DLF-Sportredakteurin Victoria Reith findet, dass über das Wording grundsätzlich noch einmal nachgedacht werden sollte. "Frauen-Nationalmannschaft" sei jedenfalls nicht optimal. Einfach "DFB-Team" wäre eine Möglichkeit.

"Grundsätzlich spricht viel dafür, über das Wording noch mal nachzudenken. Das sind ja tatsächlich keine Männer. Vielleicht DFB-Team. Man kann ja auch das "Frauen" einfach mal weglassen und sagen: Es ist die Fußball-WM und ein bisschen Awareness schaffen."
Victoria Reith aus der DLF-Sportredaktion

Den Zusatz"Frauen" weglassen? Ja, weil es einfach Fußball ist und es keinen Frauenfußball gibt – genauso wenig wie Männerfußball. Unsere Kollegin Francisca Zecher aus der Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion sieht das genauso. Auch wenn die Formulierung irritieren kann, wenn man sich fragt: Ups, WM? War die nicht letztes Jahr? Und nicht zuletzt legt die Fifa großen Wert darauf, dass ihr Wording eingehalten wird: International Women's World Cup, auf Deutsch: Fifa Frauen-Weltmeisterschaft.

"In zwei Wochen geht die Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich los."
Francisca Zecher, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredakteurin

Dass Frauen in der männerdominierten Sportart Fußball immer noch besonders behandelt werden - bis 1970 hatte der Deutsche Fußball-Bund Frauen den Fußball sogar ganz verboten - sieht man heute an der Kapazität der Stadien und an den Preisgeldern: Bei der WM 2019 in Frankreich fassen die meisten Stadien weniger als 60.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, das Preisgeld liegt bei 30 Millionen US-Dollar. Vor einem Jahr bei der Männer-WM in Russland wurden 400 Millionen ausgelobt.