Damit bei der Frauen-Fußball-WM auch wirklich nur Frauen antreten, hat die Fifa einen Geschlechtstest für die Spielerinnen angeordnet.

Seit vier Jahren fordert die Fifa eine ärztliche Bescheinigung über das Geschlecht. Ausstellen kann die Bescheinigung der Mannschaftsarzt. Bei Zweifeln muss dann der Teamarzt entsprechende Dokumente vorlegen wie Geschlechtshormonspiegel und Krankengeschichte. Gibt es dann immer noch Unklarheiten, sieht das Fifa-Reglement einen medizinischen Geschlechtstest vor.

Die neue Regel ist eine Reaktion auf die Gerüchte um Spielerinnen der Nationalmannschaft aus Äquatorialguinea. Bei der letzten Frauen-WM wurden Vermutungen laut, dass drei der Spielerinnen keine Frauen, sondern Männer beziehungsweise intersexuell seien. Die Gerüchte werden meist von der Konkurrenz geschürt aufgrund des Aussehens der Frauen. Sie seien unweiblich, weil sie eine tiefe Stimme hätten oder androgyn aussehen.

Testosteronpegel gibt Ausschlag

Grund ist, dass Männer aufgrund des männlichen Hormons Testosteron ein stärkeres Muskelwachstum haben und deshalb auch leistungsfähiger seien. Frauen, die einen hohen Testosterongehalt haben, wären also im Vorteil. Was aber eine "echte" Frau oder ein "echter" Mann ist, sehen Wissenschaftler wie der Leiter des Endokrinologischen Labors an der LMU München, Martin Bidlingmaier, aus hormoneller Sicht eher fließend. Die klare Trennlinie, die der Sport sich wünscht, lässt sich wissenschaftlich gar nicht ziehen.

Kein eindeutiges Ergebnis

Bei der Sprinterin Caster Semenya gipfelte der Streit um das "echte" Geschlecht in einer umfassenden Geschlechtsuntersuchung mit Chromosomenanalyse. Frauen tragen in ihrem Genom normalerweise zwei X-Chromosomen, Männer ein X- und ein Y-Chromosom. Dabei ist es durchaus möglich, dass auch die Kombination XXY vorkommt. Doch was ist man dann? Welches Ergebnis bei Caster Semenya damals herauskam, ist nicht offiziell bekannt. Der Leichtathletikverband hat damals bekannt gegeben, dass sie eine Frau sei, wenn auch nicht hundertprozentig.

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