Guck an: Kaum startet in Russland ein Fußballturnier, läuft kaum noch was Neues im Kino. Trauen sich alle nicht. Nur Wim Wenders ist das egal, der Godfather des deutschen Autorenfilms bringt diese Woche die Doku "Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes". Ansonsten ist Sommerloch und wir gucken zurück: Halbjahresbilanz 2018. 

Seit dem 13.3.2013, dem Tag, an dem auf dem Petersplatz in Rom weißer Rauch aufstieg und alle "Habemus Papam" brüllten, heißt das Oberhaupt der katholischen Kirche Papst Franziskus. Hinter dem Namen verbirgt sich der 81-jährige Argentinier Jorge Mario Bergoglio, vormals Kardinal und Erzbischof von Buenos Aires. Ihn hat Wim Wenders vor die Kamera bekommen und eine beeindruckende Dokumentation aus dem Interview-Material gedreht. 

Bescheidenheit - statt Papst-Luxus

Wir sehen einen pragmatischen, weltoffenen - bei aller Geistlichkeit sehr weltlichen Papst. Einen, der Menschen nach Naturkatastrophen und in Flüchtlingscamps besucht und sich grundsätzlich der Armut und den armen Menschen verschrieben hat. 

Woher sein gewählter Name als Papst kommt, klingt fast zynisch angesichts des Reichtums der katholischen Kirche: den Namen Franziskus hat Bergoglio in Anlehnung an den heiligen, zu Lebzeiten freiwillig verarmten Franz von Assisi gewählt. Aber der aktuelle Papst lebt danach. Er wohnt in einer kleinen, bescheidenen Wohnung anstatt im ihm zustehenden, luxuriösen Papst-Penthouse.  

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Und er bezieht Stellung, immer deutlich, immer eindeutig. Zu Armut, zu Umweltverschmutzung, zu Arroganz und Kapitalismus, zu Fremden und Fremdenfeindlichkeit und zu pädophilen Übergriffen in der katholischen Kirche. Herausgekommen ist eine sehr sehenswerte Dokumentation über ein Kirchenoberhaupt, das den Dialog mit anderen Religionen sucht und keinen Bogen um die unbequemen Themen macht.

Ansonsten ist diese Woche ziemliches WM-Sommerloch im Kino, deshalb schauen wir in Eine Stunde Film auf das erste, knapp vergangene Kino-Halbjahr 2018 und ziehen eine erste Bilanz, was sich lohnt, nachzugucken.