Filme machen ist Kunst. Aber auch ein knallhartes Business mit großem Risiko, denn wenn ein Film floppt, verlieren die Macher Millionen. Eine Software-Firma aus Los Angeles hat eine Lösung für das Problem.

Welche Geschichte wird Erfolg haben und welche nicht. Die Softwarefirma "Cinelytic" will das mithilfe einer Künstlichen Intelligenz (KI) vorhersagen. Tobias Queisser hat selbst mal Filme gedreht in Deutschland und ist vor drei Jahren nach Los Angeles gegangen. Dort hat er ein von KI gesteuertes System entwickelt, das helfen soll, Filmproduktionen kalkulierbarer zu machen.

KI unterstützt Filmbosse bei Projektentscheidungen

Das System bewertet aber nicht einfach das Drehbuch. Es geht um berechenbare Faktoren beim Film wie das Genre, Regisseur, Schauspieler. Tobias Queisser berechnet mit der Software das ganze Paket und dessen Wert. Vor allem fragt er aber auch: Wie viel Geld lässt sich mit dem Film verdienen?

"Was wir aufzeigen, sind im Endeffekt die Potentiale oder Risiken des aktuellen Pakets. Also ein Skript, ein Schauspieler, ein Director: Wie viel ist es wert? Was gibt der Markt her?"

Die KI wird mit Daten gefüttert: In welchem Genre mit welchen Stoffen und mit welcher Besetzung sind in der Vergangenheit gute oder schlechte Einspiel-Ergebnisse erzielt worden?

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Schauspieler werden dabei auch mal an den Follower-Zahlen bei Instagram oder Twitter gemessen. Sabin Tambrea hat beispielsweise um die 33.000 Follower, ist also kein Megastar in den sozialen Medien. Er sagt: "Bei mir wissen auch die Entscheidungsträger, wie viele meiner Follower auf Beiträge reagieren." Das heißt, Casting-Agenturen oder Filmverleihe schauen darauf, wie viele potenzielle Zuschauer ein Schauspieler mitbringt.

Follower kein Erfolgsgarant

Wenn Tobias Queisser mit seiner Software auf potenzielle Filme schaut, bringen ihm reine Follower-Zahlen aber nichts für seine Risiko-Analyse. "Social Media ist nicht gut prognostizierbar, gerade weil dort ziemlich viel manipuliert wird", meint er.

"Wir versuchen auf pragmatische Art und Weise die Kreativität nicht zu beeinträchtigen aber wir helfen, ein besseres Verständnis für das Geschäftsmodell dieses Films zu haben, um früh die richtigen Entscheidungen zu treffen."
Tobias Queisser, Cinelytic

Deshalb schauen sie eher darauf, in welcher Rolle, in welchem Genre hat ein Schauspieler bisher gut, okay oder gar nicht funktioniert. Obwohl das alles nach einem Sicherheitskonzept klingt, versucht die Firma Cinelytic Sicherheit und Kunst zu verbinden: "Ja, ist immer die Frage: Ist Film Kunst, ist es Kommerz? Am Ende ist es immer beides."

Zwischen Kunst und Kommerz

Es geht also darum, für jede Art von Film den passenden Finanzrahmen zu finden. Auch Independent Filmprojekte laufen durch diese KI und werden analysiert. Wenn ein Verleih einen anspruchsvollen Film drehen will, der aber womöglich nicht auf ein riesiges Publikum trifft, dann rät Cinelytic, den Film zwar zu machen, aber mit einem kleinen Budget.