Ihr mögt Serien? Und findet SEHR viele davon geil? Oder wollt einfach bei möglichst vielen mitreden können? Nur: Wie sollt ihr die bloß alle schaffen? Die Lösung heißt: Speedwatching. Ein Trend, der unter Serien-Guckern immer größer wird.

Staffeln von Serien quasi in einem durchschauen – kennen wir mittlerweile alle: Bingewatching nennt sich das. Das, wofür verregnete Wochenenden gemacht sind. Trotzdem gibt es leider so dermaßen viele gute Serien, dass alle verregneten Wochenenden der Welt nicht ausreichen, um den Überblick zu behalten.

Speedwatching bedeutet: Ihr spielt eine Serie ganz einfach schneller ab.

"Dadurch fällt alles, was sonst gut für die Dramatik ist, aber eigentlich Zeit raubt – etwa lange Kamerafahrten oder dramatische Pausen – einfach weg."
Anke van de Weyer, DRadio Wissen

Um sich langsam daran zu gewöhnen, wird als Einstieg empfohlen, die Serien erst mal in 1,2-facher Geschwindigkeit zu schauen, das klingt eigentlich noch ziemlich normal.

Angst vor dem Synapsenkoller

An der Sprache merkt man es nicht so sehr, eher daran, dass die Pausen fehlen. Auch das 1,5-fache Tempo geht noch einigermaßen klar. Das wirkt aber schon etwas abgehackt.

"Richtige Profis gucken mit doppelter Geschwindigkeit."
Anke van de Weyer

Ohne Untertitel ist unsere Speedwatch-Testerin Anke da kaum noch mitgekommen. Und es geht schon sehr viel Charme verloren, sagt sie.

Deutliche Zeitersparnis

Für einen Profi, der in doppelter Geschwindigkeit guckt, dauert eine Folge „Game Of Thrones“ dann nicht mehr etwa 60, sondern nur noch 30 Minuten. Bei 10 Episoden macht das plötzlich 3 statt 6 Stunden. 

"Von Berlin nach München dauert es im ICE etwas über 6 Stunden – da schafft ihr dann 2 Staffeln UND könnt sogar noch kurz pinkeln gehen."
Anke van de Weyer

Es gibt ja oft das Argument "Schau erstmal ein paar Folgen, dann bist du drin und findest es meeega". Nur – die paar Folgen müsst ihr halt auch erstmal schaffen. Das schneller hinzukriegen, daran liegt vielleicht der Reiz am Speedwatching. Das Gucken ist extrem effizient.

"Die Frage ist aber eben: Will ich das? Effizient sein beim Serien Gucken?"
Anke van de Weyer

Ihr kriegt zwar mit, wer gerade mit wem was macht, und wer stirbt oder sowas. Trotzdem geht dabei viel von der Stimmung verloren. Und gerade darum geht’s ja vielen beim Schauen: darum, die Stimmung mitzunehmen und auch mal bewusst uneffizient zu sein.