Lichtschwerter aus Plastik gibt es für ein paar Euro – aber das echte Lichtschwert von Luke Skywalker ist doch noch etwas anderes. Und die Lederjacke von Han Solo ist etwas abgewetzt und speckig. Aber für etwa eine Million Euro könnt ihr sie euch ersteigern. In London kommen originale Filmrequisiten unter den Hammer.

Für die große Kinokette Odeon ist es inzwischen schon eine Tradition: Seit fünf Jahren veranstaltet sie Auktionen, in denen Filmfans die wirklich wertvollen Artefakte ersteigern können. Insgesamt geht es um 6000 Filmschätze, vom Hut von Indiana Jones bis hin zum Terminator-Modell. Eine winzige Auswahl spannender Gegenstände inklusive geschätzter Höchstgebote:

  • Tom Hanks Mütze aus "Forrest Gump" - 7.000 Euro
  • Hoverboard aus "Zurück in die Zukunft" - 50.000 Euro
  • Lichtschwert aus "Star Wars" - 100.000 Euro
  • Han Solos Jacke aus "Star Wars" - 1.000.000 Euro

Wer eine solche Requisite bei sich überm Fernseher hängen haben möchte, muss also sehr, sehr tief in die Tasche greifen.

"Das Hoverboard aus 'Zurück in die Zukunft 2' – das ist eine Filmrequisite, die ich wirklich gerne zuhause an der Wand hängen hätte!"
Tom Westerholt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Wer tatsächlich das nötige Kleingeld erspart hat, sollte aber trotzdem vorsichtig sein beim Bieten. Denn letztendlich ersteigert ihr nur Attrappen. Nein, es ist vermutlich niemand davon ausgegangen, dass ein Hoverboard ohne fette Hollywood-SFX-Abteilung schweben könnte. Doch es handelt sich eben auch nicht immer um ein unglaublich wertvolles Einzelstück.

Filmrequisiten sind meistens keine Einzelstücke

Am Filmset gibt es eben nicht nur ein einziges Lichtschwert. "Das ist dann nicht unbedingt ein Unikat", erklärt der Filmausstatter Bernhard Heinrich. "Das wird zwar hergestellt und entworfen, aber dann werden davon sehr viele hergestellt." Wenn etwas kaputtgeht oder verschwindet, kann die Crew einfach schnell weiter drehen mit dem Ersatz-Hoverboard.

Heinrich erklärt außerdem, dass es bei allen Requisiten, die was mit Action zu tun haben, besondere Soft-Versionen gibt. Wenn ihr euch also das Schwert von Aragorn aus "Der Herr der Ringe" ersteigert habt, müsst ihr damit rechnen, dass ihr nicht ein scharfes Schwert aus dem Zwergenstahl Mithril bekommt, sondern eher eine lackierte Kunststoff-Schaum-Version. "Das sieht im Film dann doch etwas besser aus als zu Hause über dem Kamin", stellt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Tom Westerholt fest.

"Der ideologische Wert übersteigt den materiellen bei dieser Auktion um ein Vielfaches."
Tom Westerholt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Was authentischer und auch eine ganze Ecke billiger ist, sind Artefakte, die nicht wirklich zu den Requisiten gehören. Eine Crew-Jacke vom Sound-Effekt-Team aus Star Wars gibt es zum Beispiel für circa 400 Euro. Aber das ist dann eben nur eine Crew-Jacke und war nie auf der Kinoleinwand zu sehen. "Die ganz heißen Items gehen am Ende sicher an Museen oder Erlebnisparks, die damit ihre Eintrittspreise rechtfertigen wollen", vermutet Tom Westerholt. "Oder an schwerreiche Bieter, die so ein Requisit einfach nur als Status-Objekt für die 30-Meter-Yacht haben wollen."

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