Ausgestoßen, beschimpft, gedemütigt. Wer in seiner Kindheit und Jugend gemobbt wurde, vergisst diese Erfahrung nicht so leicht. Einsamkeit, Krankheit und Schwierigkeiten im Berufsleben sind Folgen, mit denen viele zu kämpfen haben.

Die Folgen sind gravierend für alle, die in ihrer Kindheit oder Jugend gemobbt worden sind. Nach einer Studie, an der Professor Dieter Wolke von der Universität Warwick federführend beteiligt war, kämpfen einst junge Opfer ihr Erwachsenenleben lang mit den Spätfolgen. Mobbingopfer erkranken häufiger und schwerer, unterbrechen immer wieder ihre Berufswege, führen ein Leben ohne oder nur mit wenigen Freunden und leiden unter zu engen Beziehungen. 1420 Teilnehmer an seiner Studie hat Professor Dieter Wolke beobachtet und genau analysiert. Zunächst im Alter zwischen 9 und 16 Jahren und dann noch einmal mit 24 bis 26.

"Das ganz Wichtige daran ist, dass das wiederholt durchgeführt wird. Also jede Woche, mehrmals pro Woche, dass man jemanden piesakt."
Prof. Dieter Wolke, Entwicklungspsychologe

Wolke und seine Mitarbeiter kommen zu dem Ergebnis, dass Mobbing unter Gleichaltrigen bzw. sogar unter Geschwistern weder von Eltern noch von Behörden genügend wahrgenommen wird. Bei Misshandlungen oder Missbrauch etwa sei die Bevölkerung oft hellwach, doch seien Schäden durch frühes Mobbing mitunter noch größer. Er fordert daher zum Umdenken auf. Wolke hat seinen einen Vortrag an der Ruhr-Universität Bochum gehalten, und zwar am 21. Mai 2015. Sein Thema: "Die Langzeitfolgen des gleichaltrigen Mobbens bis ins Erwachsenenalter“.

"Cybermobbing ist absichtliches Beleidigen, Schikanieren, Bedrohen, Bloßstellen beziehungsweise Verteilen von Unwahrheiten über moderne Kommunikationsmittel."
Monika Hirsch-Spraetz, Mobbingexpertin

Susanne Billig berichtet über die Mobbing-Beratung Berlin-Brandenburg und hat deren Leiterin Monika Hirsch-Spraez nach wahren Geschichten gefragt, die sich Mobbende haben einfallen lassen, um andere zu quälen.

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