Genau hinzuhören ist eine große Kunst, für die man Geduld, Konzentration und Empathie braucht - und gute Ohren!

Schon mal Schwierigkeiten gehabt, euch auf einer lauten Party zu unterhalten? Bloß kein Spanisch sprechen, dann versteht ihr gar nichts mehr. Aber mit Russisch könntet ihr es versuchen, wobei Deutsch auch nicht so schlecht ist.

"Also wir halten fest: Wenn man auf eine Party geht, ist es besser, Deutsch oder Russisch zu sprechen und nicht Spanisch."

Warum das so ist, wie unser Gehör funktioniert und warum wir manchmal nur Bahnhof verstehen, das erklärt der Mediziner, Physiker und Akustikexperte Birger Kollmeier im Hörsaal. Er erzählt, wie die Härchen im Ohr den auf sie treffenden Schall verstärken und wie unser Gehirn unvorstellbar genau registriert, ob ein Ton gleichzeitig auf beide Ohren trifft. Dazu stellt er Hörexperimente vor: Zum Beispiel könnt ihr testen, ob ihr noch genauso gut und hoch hören könnt wie Grundschulkinder. Und ihr werdet feststellen, dass Euer Gehör auch zum Thermometer taugt!

"Sie können mit Ihren Ohren auch die Temperatur messen."

Birger Kollmeier ist Leiter der Abteilung Medizinische Physik an der Universität Oldenburg und Sprecher des Exzellenzclusters Hearing4all. Er hat seinen Vortrag am 8. November 2017 im Wissenschaftszentrum Bonn gehalten, im Rahmen der Veranstaltungsreihe exkurs der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sein Vortrag trägt den Titel: "Wie bitte? Akustische Kommunikation und ihre Störungen".

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