Seit 1979 gruselt sich das Kinopublikum vor schleimigen Alien-Monstern. Jetzt startet "Alien Covenant". Das Erfolgsrezept der Alien-Reihe? Die Macher spielen mit unseren Ängsten.

"Alien: Covenant" schildert die Vorgeschichte und Ursprünge des unheimlichen Weltraummonsters, mit dem Regisseur Ridley Scott seinen ersten großen Kinohit hatte. Der erste Alien-Film schockierte ein Millionenpublikum. Jetzt führt Scott wieder Regie. Und diese Alien-Vorgeschichte ist sehr, sehr düster. 

Wieder Schleim und Ekel - zieht das noch?

Aber was kann eigentlich noch Neues kommen - außer, dass wieder schleimige Aliens aus der Ecke springen?

Genug, meint der Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger. Denn jeder Alien-Film hat Variation und ein etwas anderes Konzept: von psychologisch, martialisch bis zu philosophisch.

"Alien hat ein künstlerisches Konzept, das sehr stark menschliche Urängste auf den Punkt bringt."

Alien stehe für das Ekelerregende, für Körperflüssigkeiten, das Erbrochene. Alles Themen, die zwar Teil des Menschen sind, die er aber gerne verleugnet und abspaltet, sagt Stiglegger.

Diese Aliens spielen mit unseren Urängsten: Die Ungeheuer sind eine Mischung aus Mensch und Insekt. Sie sind keinem Geschlecht zuzuordnen. Ihre Fortpflanzung funktioniert, indem sie Eier in menschliche Körper legen, die sich von ihnen ernähren und dann herausbrechen. Alles Horror und Angst!

Während der Produktion von Alien Covenant: Regisseur Ridley Scott mit Schauspielern.
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Regisseur Ridley Scott ist 79 und kann das Filmemachen nicht lassen - gut so!

Es gehe auch um sexuelle Ängste, so Stiglegger. Das Alien aus dem ersten Film sei eine hyperphallische Bedrohung. Die Filme haben diese Angst immer wieder variieren können. Denn das Alien wechselt seine Form - es mischt sich genetisch mit seinen menschlichen Wirtskörpern.

Für Filmwissenschaftler Stiglegger ist jedenfalls klar: Er geht ins Kino.