Ein Syrer will als Schauspieler in seiner Heimat leben. Dann zerstören Assad, Krieg und Folter seinen Traum. In Deutschland findet er Asyl und fragt sich in einem YouTube-Video, wie die Menschen in Deutschland eigentlich so ticken.

Firas Alshater ist in Syrien geboren und hat dort Schauspiel studiert. Einem Leben als Bühnendarsteller hat der 2011 beginnende Krieg in seinem Heimatland aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mehrere Monate verbachte Firas in Gefängnissen des Assad-Regimes, in denen er auch gefoltert wurde. Seit über zwei Jahren lebt er in Berlin. Im September entscheidet sich, ob seine befristete Aufenthaltserlaubnis verlängert wird.

Seitdem er in Deutschland lebt, versucht er zu verstehen, wie die Millionen Deutschen um ihn herum eigentlich ticken. Und was liegt da näher, als seine eigenen Annäherungsversuche in ein Video zu packen und bei YouTube zu veröffentlichen, um möglichst viele Leute zu erreichen.

Deutsche zwischen Pegida und Willkommenskultur

Bei YouTube wurde sein erstes Video bisher 320.000 mal angeschaut. Auf Facebook sogar über 1.000.000 mal und dazu wurde es hundertausendfach geteilt. Es scheint also auch unter den Deutschen das Bedürfnis vorhanden zu sein, deutlicher zu erkennen, wo wir zu verorten sind zwischen Bürgern, die Flüchtlinge an Bahnhöfen willkommen heißen und denen, die mit verachtenswerten Parolen durch die Straßen Dresdens und anderorts ziehen.

Neun weitere Dreiminüter sind noch in Planung. Bleibt zu hoffen, dass Firas Alshater bis dahin eine Ahnung davon bekommt, wer die Deutschen sind. Ihm und auch uns zu liebe.

Mehr zu Firas Alshater im Netz: