Auf Instagram wird gestählt, gepumpt, geschwitzt. Spiegelselfies im Gym, Erfolgsmeldungen vom neuen Jogging-Rekord. Für die einen sind solche Postings Motivation pur. Für andere einfach nur nervig. Und authentisch? Schon gar nicht.

"Ich fühl mich super #nopainnogain" oder "Rekord geknackt #nevergiveup" - solche Postings flirren durch unsere Timelines. Unsere Gefühle dabei reichen vom schlechten Gewissen, selbst auf der Couch abzuhängen, bis zum Motivationsschub beim Anblick der tollen Muckis. Oder wir reagieren einfach genervt angesichts der permanenten Selbstdarstellung. Müssen wir wissen, was unsere Freunde im Fitnessstudio machen? DRadio-Wissen-Reporter Martin Krinner hat bei euch nachgefragt.

Muskel-, Schweiß- und Tränenposts

Die einen sagen ganz klar: Nein, müssen wir nicht. Andererseits gibt es eine echte Nachfrage. Besonders auf Instagram sind unzählige Fitness-Kanäle bei Millionen Followern beliebt. Hier beglückwünschen und motivieren sich Freunde und Fremde zu neuen Erfolg auf der Laufstrecke oder Hantelbank. Und sehen dabei meist auch noch gut aus.

"Die posten ihr Work-out, ihre Fitness, ihr gesundes Essen ja nicht mehr für sich selbst. Sondern, um anderen Leuten zu zeigen, wie toll ihr Lebensstil ist. Aber wenn ich Sport mache, dann schwitze ich. Ich sehe scheiße aus. "
Statement in unserer Straßenumfrage

Für Thomas Dold sind diese Fitness-Postings nicht reine Selbstverliebtheit. Er ist Läufer, Motivationstrainer und managt die Marathonzwillinge Anna und Lisa Hahner. Er sagt, für alle, die ohnehin trainieren und Schwierigkeiten haben, sich selbst zu motivieren, können diese Fitness-Postings ein Ansporn sein. Sie sind kleine Trigger, die den Ehrgeiz entfachen. Das Posting wirkt dann als persönliches Schulterklopfen. Und wenn das noch durch weitere Aufmerksamkeit und Wettkampfgeist belohnt wird, umso besser.

"Es gibt die Leute, die so ein bisschen was machen. Die manchmal noch so einen kleinen Schubs brauchen, um ihren Schweinehund zu überwinden. "
Thomas Dold, Läufer und Motivationstrainer

Ob sich durch die Dauerpostings der Fitness-Freunde aber eine echte Couch-Potato in Bewegung bringen lässt, bezweifelt Trainer Thomas Dold. Vermutlich schaltet der Sportmuffel dann einfach weiter. Für alle, die aber nicht genug davon kriegen, haben wir die typischen Postings noch einmal zusammengefasst:

1. Der Schweiß-Beweis

Eine Spur Authentizität bringen die Schweiß-Postings in die cleane Insta-Welt. Der Geruch wird zwar nicht mittransportiert, dafür aber ist die Message klar: Leute, ich habe wirklich geschuftet!

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2. Die Erfolgsmelder

Zahlen, Karten, Daten, Fitnessuhren, Medaillen, Urkunden. Sie sind der ultimative Beweis für den Erfolg - über den Sportler ja auch zurecht stolz sein dürfen.

101 Likes, 14 Comments - 🌴☀️Мєℓιѕѕα🌴☀️ (@run_mel21) on Instagram: "Last week wasn't my best and I know I didn't give it my all. I can't let myself get down and need..."
Last week wasn't my best and I know I didn't give it my all. I can't let myself get down and need to keep moving forward! This was challenging today but felt so good when it was over. #nevermissamonday

3. Das Gym-Selfie

Quasi die Bildervariante von "Ich war hier!", das ist der Klassiker: das Gym-Selfie.

60 Likes, 6 Comments - ᴱᵛᴬᴺ ᴶᴼˢᴱᴾᴴ (@evannhair) on Instagram: ""The difference between the impossible and the possible lies in a man's determination. " Tommy..."
"The difference between the impossible and the possible lies in a man's determination. " Tommy Lasorda

4. Der Angeber-Move

Für Fortgeschrittene: Es sieht irgendwie kompliziert aus und gleichzeitig ziemlich lässig und athletisch. Zufällig und spontan sind diese Postings jedoch eher selten. Denn irgendwer muss das Bild ja auch machen.