Wer als Flüchtling einen Antrag auf Asyl stellt, bekommt einen neuen Status. Je nachdem, wie die Entscheidung über den Antrag ausfällt. Bis es überhaupt eine Entscheidung gibt, können schon mal acht Monate vergehen. Damit beginnt für viele Flüchtlinge eine ziemliche lange und nervenaufreibende Zeit des Wartens.

Was mit einem Flüchtling passiert, nachdem er in Deutschland angekommen ist, hängt sehr davon ab, welcher Status ihm zugewiesen wird. Stellt ein Flüchtling einen Asylantrag, wird er zunächst als Asylsuchender registriert. Wird der Antrag abgelehnt, ist er zunächst ein geduldeter Flüchtling. Wird er anerkannt, bekommt er den Status des anerkannten Flüchtlings oder Asylberechtigten. Das alles ist sehr kompliziert, erklärt Claus-Ulrich Prößl vom Kölner Flüchtlingsrat. Vor allem, weil die persönlichen Motive der Flucht zunächst einmal gar keine Rolle spielen.

"Damit muss man professionell umgehen, das ist die eine Sache, das versuchen wir auch, die andere Sache ist natürlich, dass es schon Schicksale gibt, die einen sehr berühren"
Claus-Ulrich Prölß vom Kölner Flüchtlingsrat

Erst das Wie, dann das Warum

Wer in NRW einen Asylantrag stellen will, muss zunächst nach Dortmund oder Bielefeld, denn da sind die einzigen beiden Anlaufstellen. Und hier wird auch entschieden, in welches Bundesland der Flüchtling weitergereicht wird. Bis zu dieser Entscheidung leben die Flüchtlinge zunächst in einem Auffanglager. Bis zu drei Monate müssen sie dort bleiben. Ist ein zuständiges Bundesland gefunden, geht es in die nächste Auffangeinrichtung.

Im zuständigen Bundesland beginnt dann auch die Anhörung über das Asylverfahren. Dort wird zunächst mal überprüft, wie der Flüchtling nach Deutschland gelangt ist, um herauszufinden, ob Deutschland überhaupt zuständig ist. Die Fluchtgründe spielen bei dieser Anhörung noch keine Rolle.

"Im letzten Jahr ging es bei ​einem Drittel aller Asylanträge nicht um Asylentscheidungen,
sondern um Dublin-Entscheidungen."
Claus-Ulrich Prölß über das Antragsverfahren

Erst bei der zweiten Anhörung wird dann auch danach gefragt, aus welchem Grund die Flüchtlinge ihr Land verlassen haben. Diese zweite Anhörung findet nur ein einziges Mal statt und ist damit die einzige Chance, alle Gründe zu nennen, die positiv über einen Asylantrag entscheiden könnten. Deshalb bereiten die Mitarbeiter der Kölner Flüchtlingshilfe Asylsuchende gezielt auf diesen Termin vor.

Kein Recht auf Arbeit

Flüchtlinge, die hier in Deutschland arbeiten möchten, um unabhängiger zu sein von den Behörden, brauchen eine Arbeitserlaubnis. In den ersten drei Monaten herrscht striktes Arbeitsverbot für Flüchtlinge. Aber auch danach ist es nicht leicht. Denn selbst mit einer Arbeitserlaubnis erhalten Flüchtlinge nur einen nachrangigen Arbeitsmarktzugang. Das heißt, die Arbeitsagentur darf ihnen nur dann einen Job vermitteln, wenn kein anderer arbeitsloser Deutscher oder EU-Bürger für die Stelle in Frage kommt.

Service: Flüchtlingen helfen

Wer sich gerne für Flüchtlinge in seiner Stadt einsetzen möchte, der bekommt Informationen beim Flüchtlingsrat seiner Stadt oder seines Bundeslandes. Hier gibt es Informationen über Projekte und Möglichkeiten, sich zu engagieren.

Claudius Holler hat 2013 auf Facebook den Weg eines Flüchtlings nachgezeichnet: