Konvoi Budapest Wien - Schienenersatzverkehr für Flüchtlinge, so heißt die Aktion mit der Aktivisten rund 380 Flüchtlingen geholfen haben von Ungarn nach Österreich zu kommen. Lizzy Szabó* ist eine der Organisatorinnen.

Hinter #refugeeconvoy stecken Freiwillige wie Lizzy Szabó, die einen Schienenersatzverkehr für Flüchtlinge zwischen Budapest und Wien organisieren. Beteiligen kann sich jeder, der ein Auto, ein Taxi oder einen Bus hat. In der Nacht von Sonntag auf Montag sind rund 170 Autos von Wien nach Budapest gestartet, um dort Flüchtlinge abzuholen, erzählt uns Lizzy Szabó am Telefon in Schaum oder Haase. "Wir haben ungefähr 380 Menschen mit nach Wien genommen ohne Probleme und sind sehr froh darüber", sagt Lizzy

Keine Polizeikontrollen

Zu Beginn der Aktion gab es die Sorge, dass die ungarische Polizei den Helfern Probleme machen könnte. In Ungarn, sagt DRadio-Wissen-Moderatorin Marlis, Schaum sei es durchaus möglich gewesen, dass die freiwilligen Helfer in Untersuchungshaft hätten landen können.Lizzy Szabó erzählt, dass sich die Situation stündlich ändere. Als sie in der Nacht von Sonntag auf Montag die Strecke Wien - Budapest - Wien gefahren sei, habe es aber keine Polizeikontrollen gegeben.

"Wir befinden uns gerade in einer Ausnahmesituation, in der auch die ungarische Regierung nicht weiß, wie sie mit uns umgehen soll."
Lizzy Szabó von #refugeeconvoy über Freiwillige, die Flüchtlingen helfen

Flüchtlinge wollen in Ungarn bleiben

Die Flüchtlinge, die sie von Budapest nach Wien gebracht hat, hatten unterschiedliche Ziele: Österreich, Deutschland und Schweden. Viele der Flüchtlinge stammen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Es sei gar nicht so leicht gewesen, Menschen zu finden, die Budapest wirklich verlassen wollten, sagt Lizzy Szabó. Der Grund dafür: In den vergangenen Tagen hat die ungarische Polizei viele Flüchtlinge in Lagern in Bicske und Györ untergebracht und damit Familien auseinandergerissen. "Viele Flüchtlinge wollten bleiben, weil sie versuchen ihre Familien wiederzufinden."

In diesem Artikel von Zeit Online berichtet ein Journalist, wie er Flüchtlinge in seinem Auto von Budapest nach Wien gebracht hat.

*Der Name Lizzy Sabo ist ein Pseudonym