Muskelkrämpfe im ganzen Körper, die unbehandelt zum Tod führen können: Der antike griechische Arzt Hippokrates von Kos kannte die furchtbaren Folgen einer Infektion mit dem Tetanuserreger "Clostridium tetani". Die Ursache für die Infektion war aber lange unbekannt.

Erste Ende des 19. Jahrhunderts wurde klar: Das Bakterium befindet sich in mit Kot verunreinigter Erde. Kommt eine Wunde mit Erde in Kontakt, ist sie ein potenzielles Einfallstor für die tödliche Infektionskrankheit. Bei Betroffenen beobachtete der antike Arzt zuerst einen Krampf des Kiefers, dem weite Teile des Muskelapparates folgten.

Erste Massenimpfung während des Ersten Weltkriegs

Im Herbst 1914 kam es zur ersten serielle Massenimpfung: In den Schützengräben litten verwundete Soldaten immer mehr unter Wundstarrkrämpfen – ausgelöst durch Tetanus. Seitdem wird bei jeder Verletzung gegen den Erreger geimpft. Damals wie heute kommt es zu teilweise harten und kontroversen Debatten rund um das Thema Impfen: Für die einen sind Impfungen lebensverlängernde Vorsichtsmaßnahmen, für die anderen ein nicht akzeptabler Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

In "Eine Stunde History" hört ihr:

  • Markus Knuf ist Direktor an der Wiesbadener Helios-Klinik und schildert das Bakterium, das Tetanus auslösen kann.
  • Eberhard Wolff ist Medizinhistoriker an der Universität Zürich und blickt auf die Geschichte des Impfens zurück. Er erläutert die kontroversen Debatten, die das Impfen schon immer begleitet haben.
  • Heidrun Thaiss ist Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und gibt einen Überblick über das Impfverhalten in Deutschland.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld berichtet von ersten Impfungen im Mittelalter.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kristin Mockenhaupt schildert die erste serielle Tetanusimpfung während des Ersten Weltkriegs im Herbst 1914.