Seit einem halben Jahr gibt es den "Rausweis" in Köln: Eine Flatrate für Popkultur. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ina Plodoch hat sie ausprobiert und ist ziemlich zufrieden.

Flatrate-Angebote kennen wir von Streamingdiensten für Musik und Filme, es gibt sogar eine Comicflatrate und ein Abo-Modell für Sport. In manchen Städten können wir auch Kulturabos abschließen - die umfassen in der Regel Oper, Theater und Philharmonien.

Anders funktioniert der "Rausweis" aus Köln, der eine Flatrate für Popkultur umfasst. Für 39 Euro monatlich können Abonennten auf Partys und Konzerte gehen, auf Lesungen, ins Kino und Theater.

Der Rausweis funktioniert über eine App, die die Tagesangebote anzeigt. In der App können die Tickets gebucht werden.

Monatsbeitrag mit einem Konzert rausgeholt

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ina Plodoch hat die "Rausweis-App" ausprobiert und ist ziemlich zufrieden damit. Als erstes ist sie auf ein Metronomy-Konzert gegangen, dessen Tickets fast so teuer waren wie der ganze Monatsbeitrag. Allerdings sind nicht alle Konzerte dabei, die ihren Geschmack treffen.

"An einem Tag wie heute würde ich eher zu Dave gehen. Der Rapper hat gerade den Mercury Prize in Großbritannien gewonnen. Das Konzert ist aber nicht dabei."
Ina Plodoch, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Ina bedauert ein bisschen, dass es in der Rausweis-App keine Suchfunktion gibt. Wenn man sich also für eine bestimmte Veranstaltung interessiert und schauen möchte, ob sie in der App angeboten wird, muss man ein bisschen scrollen.

Veranstaltungen ausprobieren, für die man sonst kein Geld ausgeben würde

Das Flatrate-Angebot für Popkultur gibt es in Köln seit etwa einem halben Jahr. Nutzerin Anke bilanziert: Sie hat viel ausprobiert, wofür sie sonst kein Geld ausgegeben hätte, eine Burlesque-Party zum Beispiel.

In den Sozialen Medien hatten sich im Sommer einige Nutzer der App ziemlich aufgeregt. Die Betreiber vom Rausweis hatten nämlich mit Tagestickets für das Summerjam-Festival geworben, für die es aber nur ein kleines Kontingent gab.

Wer die App öfter nutzt, wird bei beliebten Veranstaltungen hin und wieder die Meldung angezeigt bekommen, dass die Tickets nicht verfügbar sind. Das liegt laut Rausweis-Gründer Tim Betzin an begrenzten Kontingenten.

"Wir haben bestimmte Kontingente pro Veranstaltung. Wenn diese Kontingente erschöpft sind, fragen wir beim Veranstalter nach und bekommen in der Regel weitere Kontingente", sagt er.

"Wer genau weiß, auf welche Konzerte er gehen möchte, könnte enttäuscht sein, wenn sie in der App nicht angeboten werden."
Ina Plodoch, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Da das Abo monatlich kündbar ist, gehen Nutzer wenig Risiken ein. Ina Plodoch glaubt, dass solche Popkultur-Flatrates auch in anderen Städten sinnvoll wären.

Rausweis geeignet für Studierende

Besonders geeignet seien Abos für Studierende, die viel Zeit haben, aber wenig Kohle. Nicht so glücklich werden hingegen Menschen mit sehr speziellem Geschmack. Wer genau weiß, auf welche Konzerte er gehen möchte, könnte enttäuscht sein, wenn sie in der App nicht angeboten werden.