Es gibt Millionen von Tieren, die wir nicht essen. Sie werden gemästet und geschlachtet - dann landen sie beim Endverbraucher im Abfall. Zahlen und Fakten zur Fleischverschwendung in Deutschland liefert der Fleischatlas Extra.

Seit 2013 gibt die Heinrich Böll Stiftung, die parteinahe Stiftung der Grünen, jährlich den Fleischatlas heraus - mit Fakten und Zahlen zum Fleischkonsum weltweit. In diesem Jahr gibt es auch noch einen Fleischatlas Extra. Darin geht es um all die Tiere, die die Verbraucher nicht essen. Tiere, die aber dennoch produziert wurden und entweder im Verlauf des Produktionsprozesses verschwendet werden oder beim Verbraucher als Abfall in der Tonne landen.

Fleisch und Wurst für die Abfalltonne

Schon während der Fleischproduktion verenden viele Tiere bevor sie überhaupt geschlachtet werden. Das betrifft die Erzeugung, die Zucht sowie die Mast der Tiere. Je nach Tierart sind die Verluste unterschiedlich hoch - beim Schwein sind es rund 20 Prozent.

Beim Thema Verschwendung geht es nicht nur um die Erzeuger, sondern auch um die Verbraucher. Pro Jahr und Kopf werfen die Deutschen rund 82 Kilogramm Lebensmittel weg - davon sind 4,3 Kilogramm Fleischreste. Das wiederum entspricht sieben Prozent unseres Pro-Kopf-Fleischverzehrs im Jahr.

Rechnet man diese gut vier Kilogramm Fleischabfall im Jahr pro Verbraucher auf die Schlachttiere hoch, wird das Ausmaß der Verschwendung gut sichtbar: Das sind über 45 Millionen Hühner, über 4 Millionen Schweine, fast 3 Millionen Puten, knapp 2 Millionen Enten und 230.000 Rinder, die im Müll landen.

Folgen für Klima und Umwelt

Da ist nicht nur ein ethisches Problem. Die Fleischproduktion hat direkte Folgen auf Umwelt und Klima. Allein für die Tierfütterung werden 70 Prozent aller Agrarflächen weltweit gebraucht. In Brasilien beispielsweise wird Regenwald für Sojafelder gerodet, denn Soja ist ein wichtiges Kraftfutter. Außerdem braucht man Weideflächen. Die Verschwendung von Fleisch ist damit auch eine Verschwendung von Ressourcen.