In China steigt der Fleischkonsum rasant. Die Regierung will ihn verringern. Zum Schutz des Klimas und der Gesundheit der Bevölkerung.

Es ist nicht verwunderlich, dass mit dem wirtschaftlichen Aufschwung auch der Fleischkonsum in China gestiegen ist. Pro Kopf essen die Chinesen zwar immer noch deutlich weniger Fleisch als etwa die Australier oder Argentinier, doch die Lust auf Fleisch steigt - innerhalb von 30 Jahren hat sich der Fleischkonsum (pro Kopf) verfünffacht.

Und weil die Chinesen nun mal so viele sind, ist China inzwischen für fast ein Drittel des kompletten Fleischkonsums weltweit verantwortlich. Gegessen wird im Prinzip alles: Viel Hühnchen und Schwein, aber auch Rind, Eselsfleisch, in vereinzelten Regionen auch Hund.

Da das Aufziehen von Tieren viel Energie und Fläche benötigt (etwa für die Produktion des Futtermittels), hat der Konsum von Fleisch einen größeren Einfluss auf den Klimawandel als etwa das Essen von Getreide. Die chinesische Regierung will den Klimawandel nicht unnötig fördern - und hat deshalb Regeln aufgestellt, die den Fleischkonsum in China reduzieren sollen.

"Es ist wie so oft in China. Es gibt eine Zielsetzung. Wie man das aber genau erreichen will - dazu machen sich relativ wenig Leute Gedanken."
Axel Dorloff, DRadio Wissen

Das Ziel der Regierung: 50 Prozent weniger Fleischverzehr im Jahr 2030. Ein anderer Grund dafür: Man will Volkskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme verringern, die durch erhöhten Fleischkonsum befördert werden.

Bisher sind allerdings nicht einmal öffentliche Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser verpflichtet, die Fleischlos-Richtlinien umzusetzen. DRadio-Wissen-Korrespondent Axel Dorloff vermutet: Die neue Richtlinie wird nichts. "Sie gibt es seit Mai - viel getan hat sich bisher nicht."