Die EU bezeichnet die Verteilung von einer Million elektronischer Geldkarten für syrische Flüchtlinge in der Türkei als "bahnbrechendes Hilfsprogramm". Das Programm soll 348 Millionen Euro kosten.

Aus dem Milliarden schweren Hilfsfonds der EU für die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge in der Türkei stammen die 348 Millionen Euro für das geplante Emergency Social Safety Net. Besonders bedürftige Flüchtlinge, die nicht in Lagern versorgt werden, sollen mit einer elektronischen Geldkarte ausgestattet werden. Auf diese Geldkarte erhalten die Flüchtlinge monatlich eine Zahlung, mit der sie Essen, Unterkunft oder Ausbildung für ihre Kinder finanzieren können.

Für die ausgewählten Flüchtlinge werden Konten eingerichtet, auf die Debit-Karten ausgegeben werden, erklärt Brüssel-Korrespondentin Annette Riedel. Wie hoch der Betrag sein wird, der monatlich auf die Konten eingezahlt wird, hat die EU-Kommission noch nicht bekannt gegeben. Er soll sich aber an dem Betrag orientieren, den bedürftige türkische Einwohner erhalten. Mit der Geldkarte können die Begünstigten in Geschäften bezahlen und auch Geld abheben.

"This unique programme aims to preserve the dignity of vulnerable refugees and empower them financially to the level that can allow them to send their kids to schools and buy the essentials they need to sustain their families."

Mit dieser Geldkarte soll den Bedürftigsten unter den drei Millionen syrischen Flüchtlingen geholfen werden. Die meisten würden in der Türkei nicht in Lagern leben, erklärt Annette, sondern leben bei Verwandten, Freunden oder sind obdachlos. Deshalb sind sie nur schwer mit Hilfsleistungen zu erreichen. Bis zum kommenden Frühjahr sollen die Geldkarten an diese Menschen verteilt sein.

"This is a game changer in the delivery of international humanitarian aid."

Im Rahmen des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes wurden der Türkei drei Milliarden Euro zur Unterstützung für die Flüchtlingshilfe für 2016 und 2017 zur Verfügung gestellt. Die Zahlung erfolgt nicht direkt an die Türkei, sondern an Hilfsorganisationen in der Türkei. Das jetzt geplante Emergency Social Safety Net wird aus diesen Mitteln finanziert.

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