Das Bild von Flüchtlingsbooten in Seenot kennen wir aus den Nachrichten. Und Schlauchboote auf dem Meer überhaupt zu orten, ist schwierig. Man kann es den Satelliten aber beibringen.  

"Krass! Die Bilder, die wir jeden Tag im Fernsehen sehen, sind echt!"

Theresa Leisgang war vor einiger Zeit für die Rettungsorganisation Sea-Watch im Mittelmeer unterwegs, um Menschen in Seenot zu retten. Sie hat Leichen im Meer schwimmen sehen - diese Erfahrung hat sich bei ihr eingebrannt. 

Den Menschen, die heute im sicheren Berlin auf dem Müggelsee mitfahren, rät sie, bestimmte Westen zu tragen. Sie weiß, dass einige Rettungswesten nicht funktionieren. Die hatten nämlich jene Flüchtlinge an, die sie tot aus dem Wasser geborgen hat. 

"Das sind Rettungswesten, die Refugees anhatten, mit denen man untergeht."
Theresa Leisgang, Sprecherin der Rettungsorganisation Sea-Watch über ihre Gedanken bei der Flüchtlingsrettung

Neben Theresa gibt es noch Peter Lanz - genannt Pedro. Er arbeitet daran, die Rettung von flüchtenden Menschen auf dem Mittelmeer zu verbessern, indem er Satelliten beibringt, Schlauchboote zu orten. Dazu fährt er in einem zwölf Meter langen, grauen Gummiboot mit Testpersonen über den Müggelsee in Berlin.

"Diese Boote sind einfach nicht dafür gemacht, das Mittelmeer zu überqueren. Das heißt, entweder man findet sie rechtzeitig, oder sie gehen einfach verloren."

Zwar kann das Radar eines Schiffes theoretisch Schlauchboote orten, wegen der Erdkrümmung ist ihre Reichweite aber begrenzt. Also müssen die Satelliten besser werden. 

Wenn Pedro mit seinem Flüchtlingsboot und den Testpersonen auf dem Berliner Müggelsee ablegt, richten sich die Augen eines vorbeiziehenden Radarsatelliten auf das Boot. Pedro hat ein GPS-Gerät dabei, was ihm später sagen kann, wo er auf den Bildern des Satelliten danach suchen muss. 

Peter Lanz auf einem Schlauchboot auf dem Müggelsee.
© Utz Dräger | deutschlandfunk Nova
Peter Lanz zusammen mit Testpersonen auf einem Schlauchboot.

Für seine Forschungsarbeit kooperiert Pedro unter anderem mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Insgesamt fünf Satelliten haben ihn seit April bei über 60 Ausfahrten aus dem All beobachtet. Am Ende seiner Forschung soll ein halb automatischer Analyseschlüssel zur Verfügung stehen, der Computern und damit suchenden Seenotrettern sagt: Hier könnte sich ein Gummiboot mit Menschen befinden.