Der Brüsseler Flughafen bleibt weiterhin geschlossen. Die EU-Kommission hat sich heute für „angemessene Sicherheitsmaßnahmen“ an europäischen Flughäfen ausgesprochen. Doch wie lassen sich die Abflughallen sicherer machen?

Der Anschlag in Brüssel fand im Besucherbereich statt, in dem keine Kontrollen durchgeführt werden. Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Kann man effektive Kontrollen im Vorfeld des Flughafengebäudes machen? Und was würde das für zukünftige Neubauten bedeuten?

Eine flächendeckende Kontrolle für alle Personen und alle Gepäckstücke außerhalb des Gebäudes ist sehr unrealistisch, sagt Volker Zintel, viele Jahre lang Sicherheitschef der Fraport AG. Die "öffentliche Zone" – also den Bereich, in dem noch keine Kontrollen stattfinden – einfach zu verschieben, reiche nicht aus.

"Eine Vollkontrolle in ausreichender Qualität ist in den vorhandenen Immobilien, die wir haben, fast unmöglich."
Volker Zintel, ehemaliger Sicherheitschef der Fraport AG

In den Ankunftsbereichen könne man eine absolute Sicherheit nicht gewährleisten. Selbst bei den Personenschleusen gebe es noch Probleme, sie ideal auf Sprengstoff auszurichten. Das für den gesamten Flughafenbereich zu leisten, sei schlicht unmöglich.

Der Bereich des Möglichen

Man könne potentielle Täter lediglich verunsichern – und den Passagieren ein Gefühl der Sicherheit geben – indem man Stichproben-Kontrollen mache.

"Man kann auch in den Hallen auf auffälliges Verhalten achten. Über Kameras – und geschultes Personal."
Volker Zintel

Die Erfahrung zeige aber, so Zintel, dass die Attentäter sehr clever sind und eben nicht auffallen.

"Es gibt nur eine einzige sichere Erkenntnis: Ein terroristischer Anschlag dieser Art lässt sich nicht erst am Tatort verhindern."
Volker Zintel