Einen Flugschreiber haben die Rettungshelfer nach dem Absturz der Germanwings-Maschine schon gefunden. Er ist zwar beschädigt, lässt sich aber auswerten. Mithilfe dieser Daten soll die Ursache des Absturzes von Flug 4U9525 geklärt werden.

Um die Gründe für einen Flugabsturz aufzuklären, wird die Black Box ausgewertet. In ihr befinden sich der Voice Data Recorder und der Flight Data Recorder. In vielen Fällen sind die Flugschreiber schwer aufzufinden oder beschädigt. Das erschwert die Aufklärung eines Flugunfalls. Wir haben mit dem Flugsicherungsexperten und ausgebildeten Piloten Sascha Jakob* darüber gesprochen, welche Möglichkeiten der Flugdatensicherung es gibt und inwieweit sie genutzt werden.

Wichtigste Parameter werden überwacht

Im Millisekunden-Takt werden Daten über Flugzeugsensoren ermittelt und gespeichert: der Luftdruck, die Außentemperatur und Triebswerkdaten, die für die Sicherheit eines Fluges wichtig sind. Manche dieser Daten werden sogar direkt an Firmen übermittelt, die mit der Wartung der Triebwerke beauftragt wurden.

"Zum Teil wird es gemacht, dass Daten direkt an Triebwerkshersteller übermittelt werden, das ist aber nicht gesetzlich vorgeschrieben und nicht jede Airline macht es."
Sascha Jakob*, Ingenieur für Luftfahrttechnik

Der Cockpit Voice Recorder zeichnet alle Gespräche auf die, die Piloten während des Fluges miteinander oder mit den Fluglotsen am Boden führen. Diese Daten werden zwar aufgezeichnet, aber aus Sicherheitsgründen nicht übermittelt. Im Fall eines Absturzes geben sie Aufschluss darüber, welche Situation im Cockpit kurz vor dem Aufprall geherrscht hat.

"Es geht auch um Datensicherheit: Sobald die Daten während des Fluges übermittelt werden, ist es möglich, dass ein Dritter sie abfangen kann. Sprachaufnahmen werden daher nicht über Funk gesendet."
Sascha Jakob*, Ingenieur für Luftfahrttechnik

Gefahr durch Missbrauch von Daten

Jedes Passagierflugzeug sendet über einen Transponder die eigene Position und die Flughöhe. Mit diesen Daten werden auch Webseiten wie Flightradar24 gespeist, über die man Informationen darüber erhalten kann, wo sich ein bestimmtes Flugzeug gerade befindet. In Zeiten von Datenclouds stellt sich auch die Frage, ob sich dieses Prinzip nicht für die Flugsicherung nutzen lässt. Terroristen könnten diese Daten beispielsweise auch für geplante Anschläge verwerten.

"Solch ein Unglück erinnert einen daran, dass die Routine, die man als erfahrener Pilot hat, nicht dazu führt, dass man zu leichtfertig zur Arbeit geht."
Sascha Jakob*, Experte für Flugsicherheit