Manche suchen den Kick beim Bungee-Sprung, andere beim Tiefseetauchen. London bietet eine weitere Attraktion für Adrenalinsüchtige: Eine Flug-Simulation mit 50-prozentiger Absturzgarantie.

Das ist nichts für Leute mit Flugangst. Und eigentlich auch nichts für unseren Korrespondenten Andre Seifert, gibt er zu. Er hat sich aber überwunden und trotzdem reingesetzt in den Absturz-Simulator. Und er kam heil wieder heraus.

"Privat wäre ich da nie hineingegangen, niemals! Ich wurde aber gebeten, darüber zu berichten."
Andre Seifert, Dlf-Korrespondent in London

Wer den Absturz-Kick hautnah erleben will, der begibt sich dafür in einen alten Schiffscontainer, der in London steht. "Und da drin sieht es aus wie in einem Flugzeug", sagt Andre Seifert: Alte Sitzreihen, darüber die Gepäckfächer. Die Stewardess begrüßt die Passagiere, und dann geht es los: Das Licht geht aus, und in den Fenstern blitzt es auf.

"Der Boden bewegt sich auch mit. Und dann wird man langsam, über Geräusche und Durchsagen, ins Verderben geführt."
Andre Seifert, Dlf-Korrespondent in London

Doch ganz so simpel ist die "Show", wie die Veranstalter das Ganze nennen, dann doch nicht, wie Andre Seifert berichtet. Irgendwann wisse man nicht mehr so recht, wo man sich befinde, ob man noch im Flugzeug sitzt oder überhaupt noch "im Hier und Jetzt".

"Man landet auf philosophischer Ebene in mehreren Universen, und es tun sich viele Wege auf."
Andre Seifert, Dlf-Korrespondent in London

Die Show basiere auf der Viele-Welten-Theorie aus der Quantenmechanik, wie die Macher erklären. Nach dieser findet ein Ereignis in mehreren Universen statt. Und darum könne es viele Wege geben, wie ein Ereignis endet.

Das Gedankenexperiment erinnert ein wenig an "Schrödingers Katze", sagt Andre Seifert. Einem Paradoxon, bei dem eine Katze in einer Box gleichzeitig tot und lebendig sein muss. Der Dreh vom Absturz hin zu einer neuen Ebene hat ihm am Ende gut gefallen - und den anderen "Fluggästen" offenbar ebenso.