Flugzeuge können laut werden: Das Abheben und Landen einer Maschine kann bis zu 80 Dezibel laut sein – ähnlich wie ein Presslufthammer. In Zürich testet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), wie sich Fluglärm verringern lässt.

Konkret arbeiten die Forschenden daran, das Anfliegen von Flugzeugen möglichst energieoptimal zu gestalten. Das heißt: Eine Software soll Pilotinnen und Piloten beim Landen dabei helfen, eingeklappte Flugzeugteile möglichst spät auszufahren. Durch sie erzeugt das Flugzeug mehr Widerstand und das sorgt dann für mehr Lärm, erklärt Holger Duda vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum.

"Sind die Landeklappen eingeklappt, hat es den geringsten Widerstand, braucht den geringsten Schub, nutzt die Energie am besten und erzeugt am wenigsten Lärm."
Holger Duda vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum

Um den Widerstand zu kompensieren, müssen die Triebwerke hochfahren. Im Landeanflug ist es leiser, wenn das Team im Cockpit zum Beispiel die Landeklappen und das Fahrwerk so spät wie möglich ausklappt. Das Flugzeug braucht so weniger Schubkraft und nutzt seine Energie am besten.

Das Assistenzsystem LNAS

Entscheidend hierbei ist das Assistenzsystem LNAS, das Pilotinnen und Piloten eben beim energieoptimalen Landen unterstützt, indem es dem Team zeigt, wann sie den Schub beim Anfliegen reduzieren können, zu welchem Zeitpunkt die Landeklappen optimal ausgerichtet sind und wann die Räder zum Ausfahren bereit sind. Mit dem Assistenzsystem kann das Team im Cockpit Flughäfen so möglichst präzise anfahren. Heißt dann: Der Fluglärm nimmt bis zu einem Viertel ab.

Per Autopilot leise landen

Aktuell bauen die Wissenschaftler dieses System noch weiter aus, berichtet Holger Duda. Eine erste Testphase läuft bei der Fluggesellschaft Lufthansa: Hier ist die Software in 80 Maschinen eingebaut. Der Abteilungsleiter des Instituts für Flugsystemtechnik schätzt grob, dass die Software in den nächsten Jahren in vielen anderen Maschinen zum Einsatz kommen kann. Es ist dann ein Teil des Autopiloten, der dann die leise Landung selbst steuert.

Ist die erst mal vollständig entwickelt, muss sie nur noch in andere Flugzeuge reinkopiert werden – egal ob Urlaubsflieger oder Langstreckenflugzeug. Gerade das Entwickeln von Flugzeugsoftware ist anspruchsvoll, da es im Cockpit benutzt wird und damit in die Flugsicherheit eingreift.