Wir sind viel intelligenter als unsere Vorfahren vor hundert Jahren. Zumindest stellen wir uns bei IQ-Tests schlauer an als früher, sagen Wissenschaftler. Den Zenit haben wir allerdings schon überschritten.

Wissenschaftler der Universität Wien haben Daten von fast vier Millionen Menschen aus 31 Ländern analysiert. Ergebnis: Unsere Intelligenz liegt 30 Punkte höher als vor hundert Jahren. Damit haben die Wissenschaftler den Flynn-Effekt über mehrere Ländern hinweg nun nachgewiesen. Der neuseeländische Psychologe James Flynn hat als Erster in den 80er Jahren festgestellt, dass der durchschnittliche Intelligenzquotient (IQ) alle zehn Jahre um drei Punkte ansteigt.

Weil sich unsere Welt stark verändert hat, müssen wir heute beispielsweise abstrakter denken als frühere Generationen. Diese neuen Denkfähigkeiten nützen uns beim Lösen von IQ-Tests. Beispielsweise können wir viel schneller Muster erkennen. Die Forscher glauben, dass wir aufgrund der täglichen Bilderflut unser Sehen in der Hinsicht gut trainiert haben.

Relativ schlauer

Deshalb waren die Menschen damals aber nicht automatisch dümmer, sie haben nur anders gedacht. Ein Mensch, der vor hundert Jahren beim IQ-Test mit hundert Punkten abschnitt, muss nicht automatisch auf einem geistigen Niveau eines heutigen Menschen landen, der mit 70 Punkten bewertet wird. Der IQ-Sollwert liegt bei durchschnittlich 100 Punkten. Wer 130 erreicht, gilt als hochbegabt, unter 70 ist man minderbegabt. Diese Gruppe an Testpersonen hält sich ungefähr die Waage.

Negativer Flynn-Effekt

Schon vor mehreren Jahren haben Wissenschaftler festgestellt, dass wir den Höhepunkt der Leistungskurve schon überschritten haben. Seit 1998 fällt der durchschnittliche IQ-Wert um 2 Punkte. Diesen negativen Flynn-Effekt haben Studien in Dänemark, Norwegen und England registriert.

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